Cable Cars – historisch in San Francisco unterwegs

Eine sehr kuriose Sehenswürdigkeit und ein weltbekanntes Markenzeichen San Franciscos sind die Cable Cars. Das öffentliche Verkehrsmittel fuhr erstmals im August 1873 die Clay Street hinab. Heute befinden sich noch drei Linien in Betrieb - besonders mit der Powell-Hyde-Line und der Powell-Mason-Line erlebt man das typische Flair auf den steilen Straßen San Franciscos. Tickets gibt es direkt beim Schaffner, an Ticketautomaten, an den Verkaufsstellen der jeweiligen Endstationen oder per Mobile Ticketing bei der San Francisco Municipal Transportation Agency (externer Link). Ein Einzelticket kostet derzeit 7 Dollar.

Geschichte der Cable Cars

Die Technik, über laufende Zugseile Transportwagen fortzubewegen, wurde bereits in den Goldminen Kaliforniens eingesetzt, aber der Ingenieur und Kabelbauer Andrew Hallidie kam als erster auf den Gedanken, auch Personen auf diese Art zu befördern. Von da an traten die Cable Cars ihren Siegeszug in San Francisco an. Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren 600 Wagen im Einsatz. Das Schienennetz betrug zu dieser Zeit 160 km. Was Sie beim Fahren mit den Cable Cars in San Francsico beachten müssen, erfahren Sie unter dem angegebenen Link vom kommunalen Transportunternehmen San Franciscos.

Die historischen Cable Cars gehören zum Stadtbild San Franciscos einfach dazu.

Mit Hilfe der Cable Cars sollte der schwierige und gefährliche Lasttransport durch Pferde auf den steilen Straßen von San Francisco ersetzt werden. So gab es immer wieder schwere Unfälle mit Pferdekutschen, bei dem die meist vierspännige Wagen rückwärts die steilen Straßen herunterrasten. Da die Cable Cars erheblich sicherer waren, ermöglichten sie auch die städtebauliche Entwicklung bislang fast unzugänglichen hochgelegenen Gegenden wie Nob Hill. Damit haben die Cable Cars einen beträchtlichen Anteil, dass sich San Francisco so entwickelt hat wie es heute ist.

Die Cable Cars sind so konzipiert, dass sie auch leicht die Hügel in San Francisco erklimmen können.

Das Erdbeben 1906 und die motorisierten Verkehrsmittel gefährdeten allerdings den Fortbestand der Cable Cars. 1964 wurden die Cable Cars dann unter Denkmalschutz gestellt – als einziges Verkehrsmittel auf der Welt. Heute gibt es noch drei Linien mit 40 Wagen und einem Schienennetz von 17 km. Ein 650 PS starke Elektromotor treibt die drei insgesamt 16 km langen Kabelstränge an. Dazu verfügt das Cable-Car-System über 635 Flaschenzüge, Tausende von Kabelrollen und Zahnrädern.

Videos zu den Cable Cars in San Francisco







Technik der Cable Cars

Das Prinzip wie der Antrieb der Cable Car funktioniert ist relativ einfach: Hebelstange und Greifer, Kabel und Kabelkanal, Bremsen und Maschinenhaus bilden die wichtigsten Komponenten des Cable-Car-Systems. Unter der Straße, zwischen den Schienen, läuft ein endloses Drahtseil in einem Kabelkanal. Im Kabelkanal zwingen Scheiben, Umlenkrollen und vertikale Tragerollen die Kabel in eine Endlosschleife, um Kurven herum und über die Hügel. An der Endstation lenken große, horizontal angeordnete Scheiben die Kabel um. Spezialscheiben vor und hinter den Steigungen gewährleisten ihren Längenausgleich und verhindern, dass sie aus ihrer Führung gerissen werden.

Ein Stadtrundfahrt mit den Cable Cars ist traumhaft schön.

Durch einen Schlitz im Kabelkanal greift die Hebelstange samt Klaue auf das sich konstant mit 15 km/h bewegende Kabel zu. Mit der Hebelstange kann der Führer ("Grip Man") drei Positionen einstellen: "Frei", "Schleifen" und "Greifen". Während "Frei" und "Schleifen" dem Bremsen und Halten der antrieblosen Wagen dient, setzen sich die Cable Cars bei der Position "Greifen" in Bewegung.

Für das Abbremsen der Cable Cars stehen drei voneinander unabhängige Systeme zur Verfügung: Betätigt der Führer ein Fußpedal, tritt eine Klotzbremse in Aktion. Sie wirkt auf die Laufflächen der Räder. Legt er zusätzlich einen weiteren Hebelbaum im Kabelwagen um, presst sich der Holzklotz der Schienenbremse auf die Gleise. Als Notbremse fungiert die Schlitzbremse. Ihr Stahlkeil blockiert den Schlitz des Kabelkanals.

Normalerweise sind die Cable Cars immer voll besetzt.

Im Maschinenhaus treibt ein 375 KW starker Elektromotor die riesigen Trommeln und Scheiben an, über die die vier Kabel der Linien laufen. Übersetzungen und eine besondere, horizontal verschiebbare Bühne halten die bis zu 6,5 Kilometer langen Kabel stets konstant gespannt.

In Betrieb befindliche Linien der Cable Cars



Mit der Powell-Hyde-Line und der Powell-Mason-Line können Sie bequem den Nob Hill, die Lombard Street und Fisherman's Wharf erreichen. Leider herrscht bei diesen zwei Strecken ein solcher Menschenandrang, dass eine Wartezeit von gut einer Stunde in Kauf genommen werden muss. Doch das Warten wird an den Wendeplatten durch verschiedene Künstler mehr oder weniger verkürzt. Sie können aber auch an der 2. oder 3. Station einsteigen, denn es bleiben fast immer noch Plätze im Wagen oder auf den Trittbrettern frei. Die Cable Cars fahren alle acht bis zwölf Minuten von etwa 6 Uhr morgens bis etwa 1 Uhr nachts (externer Link). Die Tickets gibt es direkt beim Schaffner, an Ticketautomaten, an den Verkaufsstellen der jeweiligen Endstationen oder per Mobile Ticketing bei der San Francisco Municipal Transportation Agency (externer Link). Ein Einzelticket kostet derzeit 7 Dollar.

Auch auf den Trittbrettern können Sie mitfahren. Aber nur mit einem gültigen Ticket und auf eigene Gefahr.

Das Kontrollzentrum der Cable Cars liegt an der Mason Street/ Ecke Washington Street (1201 Mason Street; geöffnet täglich von 10 - 18 Uhr; Eintritt ist frei). In diesem aus Ziegelsteinen erbauten Haus kann von einem Aussichtsdeck beobachtet werden wie das Drahtseilsystem funktioniert.

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