Death Valley – Sehenswürdigkeiten und Naturwunder

Zentrum und die Oase im Death Valley ist Furnace Creek Ranch. Dort gibt es das Visitor Center des Nationalparks, ein Restaurant, eine Tankstelle, eine Post und das berühmte Hotel von Furnace Creek. Mit der Eröffnung des Hotels 1927 begann der Tourismus. Das Visitor Center in Furnace Creek (geöffnet täglich von 8 - 19 Uhr) bietet viel Wissenswertes über das Gebiet. Das angegliederte Museum erläutert die Entstehung, die Geschichte, die Flora und Fauna des Death Valley. Die Einteilung zwischen Nord und Süd des Death Valley kann man grob beim Zusammentreffen der State Routes 178 und 190 bei Furnace Creek vornehmen.

Borax – "Weißes Gold" prägte Besiedelung des Death Valley

In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Borax im Death Valley gefunden. Borax ist ein sehr wichtiges Mineral, das vor allem für die Glasherstellung und für die Seifenindustrie benötigt wird. In dieser Zeit war in Kalifornien und Nevada zwar der Gold- und Silberabbau faszinierend, aber bei weitem nicht so lukrativ wie der Abbau von Borax, das damals "Weißes Gold" genannt wurde. Anfangs mussten Gespanne mit 18 Maultieren und zwei Pferden (die legendären "20-mule-teams") ihre Ladung (36 t) 270 km in den Ort Mojave zur dortigen Eisenbahn transportieren, wofür sie 10 Tage benötigten. In manchen Jahren wurden bis zu 100.000 t Borax aus dem Death Valley gefördert. Heute befindet sich in Boron, ganz in der Nähe von Bakersfield, die größte Bergwerksmine der Welt, in der Borax abgebaut wird.

Zwei Kilometer nördlich von Furnace Creek führt der Harmony Borax Interpretive Trail zu einer kleinen Fabrik aus dem Jahre 1883. Teile der Abbaustätte wurden restauriert, so dass man ungefähr erahnen kann, wie hart es war, Borax aus dem Death Valley zu fördern. Die Borax-Fabrik war von 1883 bis 1888 in Betrieb. Nicht nur hier wurde Borax im Death Valley abgebaut, denn es gab im Gebiet rund um das Death Valley mehrere solcher Fabriken. Im Museum von Furnace Creek wird man über die Gewinnung und Verarbeitung des Erzes informiert.

Sanddünen im Death Valley

Ein paar Kilometer östlich von Stovepipe Wells führt eine Schotterstraße zu den Mesquite Sand Dunes. Sie bilden einen 36 km2 großen gelben Teppich. Diese Sanddünen waren schon Drehort von Star Wars. Am schönsten ist der Anblick der Sanddüne, wenn sie vom Sonnenuntergang beleuchtet wird.

Scotty's Castle

Im Norden des Death-Valley-Nationalparks, schon im Bundesstaat Nevada gelegen, befindet sich Scotty's Castle. Der Millionär Albert Johnson aus Chicago ließ dieses Haus 1920 mitten in der Wüste erbauen. Nach dem Börsencrash 1929 musste er in seiner noch nicht fertig gestellten spanisch-maurischen Villa leben, bis zu seinem Tode im Jahre 1948. Wenn diese Prachtvilla zum ersten Mal sieht, ist man überrascht, dass ein solches Gebäude in dieser Gegend steht. Das Haus kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Führungen werden jeden Tag zwischen 9 bis 17 Uhr durchgeführt. Sie dauern etwa eine Stunde. Innerhalb der Führung werden das Haupthaus, ein Gästehaus, ein Haus für das Personal, die Stallungen und ein Glockenturm besichtigt. Die Einrichtung des Hauses ist noch die ursprüngliche: Möbel, Bücher und die Gemälde stammen von den Johnsons.

Ubehebe-Krater

Weiter südlich von Scotty's Castle befindet sich der Ubehebe-Krater, der einen Durchmesser von etwa einem Kilometer hat und bis zu 237 m tief ist. Er ist der einzige Vulkankrater im Death Valley und ist vor etwa 2.000 Jahren durch eine unterirdische Vulkanexplosion entstanden. Den komischen Namen des Vulkankraters kann heute keiner mehr genau erklären.

Wandernde Steine

Vom Ubehebe-Krater führt eine gut zu befahrende Schotterstraße (gut 25 km) zum Racetrack. Auf dem Racetrack Playa (4,5 km lang und 2,2 km breit) bewegen sich kleinere und größere Steine wie von Geisterhand. Entdeckt wurden diese wandernden Steine 1915. Die größeren Steine ziehen auf dem ausgetrockneten ebenen Salzsee eine gut sichtbare Spur hinter sich her. Doch nicht ein Geist bewegt die Steine - die Erklärung ist recht simpel: Wenn die Oberfläche des Salzsees nass und klitschig ist (morgens durch den Tau oder im Winter durch die Minustemperaturen in der Nacht) kann der Wind die Steine fast problemlos weg wehen. Gesehen hat dies aber noch niemand. Auch deshalb gibt es noch weitere Theorien von Wissenschaftlern über die wandernden Steine am Racetrack.

Zabriskie Point im südlichen Teil des Death Valley

Direkt an der State Route 190, und mühelos zu erreichen, liegt der Zabriskie Point, von dem man aus eine sehr schöne Aussicht auf den westlichen Teil des Death-Valley-Nationalparks und das Panamit-Gebirge hat. Die goldgelben Schlammfelsen, die den Zabriskie Point umgeben, sind für ihre fast hypnotische Wirkung bekannt. Die Schlammzone entstand vor einigen Millionen von Jahren.

Dantes View – Blick über das Death Valley

15 km südlich von Furnace Creek zweigt eine Straße in westliche Richtung zum Aussichtspunkt Dantès View ab. Von der Kreuzung aus führt die Straße etwa 20 km hinauf zur 1.669 m hohen, sehr windigen Aussichtsplattform. Die Temperaturen sind dort um etwa 15 Grad Celsius niedriger als in Furnace Creek. Der Dantès View bietet einen fantastischen Gesamtüberblick auf das Death Valley. Aber, und das ist das Bemerkenswerte, das diesen Platz so einmalig macht, er gibt die Sicht frei auf den höchsten und den niedrigsten Ort der USA: Badwater, 85,5 m unter dem Meeresspiegel liegend, und der 130 km entfernt liegende Mount Whitney, mit einer Höhe von 4.418 m. Der Mount Whitney ist allerdings nur an klaren Tagen zu sehen. Der 3.366 m hohe Telescope Peak, der oft bis Juni eine Schneekrone trägt, ist von Dantès View nur 15 km entfernt. Zur Orientierung hilft ein Schild, wo alle markante Punkte gekennzeichnet sind.

Auf der State Route 190 zweigt bei Furnace Creek die State Road 178 ab. Über sie gelangt man zu weiteren Sehenswürdigkeiten des Death Valley. Als erstes gelangt man zum Artists Drive. Der Artists Drive ist eine vielfach gewundene Einbahnstraße mit teils sehr scharfen Kurven, deren schönster Teil an der Artists Palette vorbeiführt. Die 14 km lange Einbahnstraße führt durch das Vorgebirge der Black Mountains und verläuft entlang eines ausgetrockneten Sees. Nirgends sonst im Death Valley leuchten die Felsen in so vielen Farben wie hier. Die Hänge der Black Mountains sind aus verschiedenen farbigen Felsschichten zusammengesetzt, die auf Anteile von Oxyden und Kupfer im Gestein zurückzuführen sind. Bei Artists Palette sind die Felsen so bunt wie eine Malerpalette. Die Gesteine der Black Mountains leuchten dort in den Farben Grün, Rot und Gelb.

Etwas weiter südlicher zweigt eine Schotterstraße zum Devils Golf Course (Teufelsgolfplatz) ab. Hier befindet sich eine riesige Fläche, mit scharfen, bizarr gezackten Salzkristallen bedeckt. Nachdem das Wasser eines Sees hier vor vielen Tausenden von Jahren verdunstete, sind diese Salzkristalle zurückgeblieben. Sie bestehen nahezu aus reinem Kochsalz. Die scharfkantigen Verkrustungen entstanden durch die Einwirkung von Wind und Regen.

Badwater – Nordamerikas tiefster Punkt

Wenn Sie nun auf der State Route 178 nach Süden weiterfahren, kommen Sie nach Badwater, das 85,5 m unter dem Meeresspiegel liegt. Damit ist Badwater der tiefste Punkt Nordamerikas. An diesem Ort sind die Temperaturen um 5 bis 8 Grad Celsius höher als in Furnace Creek. Badwater trägt seinen Namen zu Recht, denn das wenige Wasser, das man hier findet, ist größtenteils mit einer zentimeterdicken Salzkruste bedeckt; man könnte meinen, über den Boden liegt eine Schneedecke. Trotzdem befindet sich hier ein kleiner, auch während der heißen Monate nicht austrocknender Salzsee, der von weißem Salz umgeben ist. Nur kleine Insekten und Algen verschiedener Färbung können in dem warmen Bitterwasser überleben. An einem Felsen ist ein Hinweisschild "Sea Level" angebracht, welches die Höhe des Meeresspiegels markiert.