Gold Country Nord – das goldene Herz Kaliforniens

Hier finden Sie Informationen zum nördlichen Gold Country, was natürlich durch den Goldrausch und die schöne Landschaft zwischen dem Sacramento Valley und der Sierra Nevada geprägt ist.

Empire Mine State Historic Park in Grass Valley

Von Sacramento aus über die Interstate 80 bis nach Auburn und von dort 40 km in nördliche Richtung auf der State Route 49 kommen Sie nach Grass Valley (externer Link) mit 11.000 Einwohnern. Die Stadt wurde wegen der größten und ergiebigsten Goldmine Kaliforniens bekannt. Insgesamt wurden aus der Mine von 1850 bis 1956 schätzungsweise 170 t Gold gefördert. Im Empire Mine State Historic Park (10791 East Empire Street, an der State Road 174, zwei Kilometer östlich von Grass Valley; geöffnet täglich von 9 - 17 Uhr; Eintritt: 5 Dollar; externer Link) kann die Mine mit den Schächten, Gebäuden und vielen Maschinen besichtigt werden.

Von den Bergwerksgebäuden und den Werkstätten stehen jedoch meist nur noch die Grundmauern. Der Großteil der Stollen, die insgesamt 587 km lang sind, wurde unter Wasser gesetzt. Rostige Loren und allerlei ausrangierte Gerätschaften zur Goldgewinnung stehen auf dem Gelände, und auf Tafeln werden die Verfahren zur Goldgewinnung des 19. Jahrhunderts näher erläutert. Mit Hilfe eines sehr detaillierten 3-D Modells kann man außerdem gut erkennen, wie das komplizierte Schachtsystem der Empire Mine aufgebaut ist. Die bekannteste Einwohnerin von Grass Valley war Lola Montez. Sie war die ehemalige Geliebte des bayrischen Königs. In einer Nachbildung ihres Wohnhauses ist das Tourismusbüro von Grass Valley untergebracht (248 Mill Street).

Auburn westlich der Sierra Nevada

Auburn (externer Link) mit 13.000 Einwohnern, 50 km östlich von Sacramento an der Kreuzung Interstate 80 und State Route 49, ist nach Sacramento die zweitgrößte Stadt im Gold Country. Dank der transkontinentalen Eisenbahn, die am 13. Mai 1865 zum ersten Mal durch Auburn fuhr, errang Auburn Reichtum und konnte im Gegensatz zu anderen Goldgräberstädten ihre Einwohnerzahl vergrößern. Den Reichtum und die Eleganz des 19. Jahrhunderts, über den Auburn verfügte, zeigt sich durch die wunderschöne Altstadt mit den restaurierten Häusern. Darunter sind beispielsweise ein Feuerwehrhaus, das älteste Postamt Kaliforniens und ein neo-klassizistisches Gerichtsgebäude.

Die Stadt profitiert heute vor allem von ihrer verkehrsgünstigen Lage (auf der Strecke zum Lake Tahoe von San Francisco und Sacramento aus). Auburn verfügt über eines der besten und umfangreichsten Goldmuseen im gesamten Gold Country, dem Gold Country Museum (1273 High Street; geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 - 16 Uhr; Eintritt: frei). Neben einem nachgebauten Schacht einer Goldmine werden auch verschiedene Originalwerkzeuge für den Goldabbau gezeigt, die für den Bergbau damals benötigt wurden. Im Museum gibt es sogar einen Bach, in dem man sich beim Goldwaschen mit einer Pfanne versuchen kann. Das Placer County Museum befindet sich im 1. Stock des Placer County Courthouse (101 Maple Street; geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 - 16 Uhr; Eintritt: frei) und dokumentiert die Geschichte des Placer County, die natürlich eng verbunden mit dem Goldrausch und dem Eisenbahnbau ist. Es sind aber auch Werke von Indianern sowie faszinierende Stücke aus den ersten Tagen der chinesischen Gemeinde ausgestellt.

Auf den Spuren des Goldrausches

Von Auburn in Richtung Süden auf der State Route 49 stoßen Sie direkt auf das geschichtsträchtige Örtchen Coloma (externer Link). Dieser Ort war Ausgangspunkt des Goldrausches 1849, nachdem James Marshall zufällig am 24. Januar 1848 beim Bau einer Sägemühle am American River den ersten Goldklumpen entdeckte. Marshall baute die Sägemühle im Auftrag von John A. Sutter, der in Deutschland geboren wurde, in der Schweiz aufwuchs und dann 1834 nach Amerika auswanderte. Sutter versuchte den Goldfund geheim zu halten, bis sein Landbesitz in Coloma von der kalifornischen Regierung bestätigt wird, da er sein Land von dem damaligen mexikanischen Gouverneur geschenkt bekam. Jedoch erfuhr der Reporter Sam Brannan vom Goldfund. Er veröffentlichte am 14. Mai 1848 einen Artikel über den Goldfund in Coloma in seiner Zeitung California Star. Danach war der Ansturm auf Kalifornien und dem Land von Sutter nicht mehr aufzuhalten. Innerhalb kurzer Zeit schossen im Gold Country Camps wie Pilze aus dem Boden. Diese Zeit brachte auch die Generation der 49er hervor, da die meisten Einwanderer aufgrund der beschwerlichen Reise erst 1849 in Kalifornien ankamen. Wie vielen anderen Goldsucher erging es Sutter und Marshall, denn sie starben Jahre später bettelarm.

Heute ist diese Gegend rund um Coloma der Marshall Gold Discovery State Park (liegt direkt an der State Route 49; geöffnet täglich von 10 - 17 Uhr; Eintritt: 5 Dollar; externer Link). Im Park ist eine detailgetreue Nachbildung dieser Sägemühle (Sutter's Mill) aufgebaut worden. Neben Sutter`s Mill stehen noch einige alte Häuser und Holzhütten, so zum Beispiel Marshalls Holzhütte aus dem 19. Jahrhundert im Park. Im Museum werden die Folgen von Marshalls Fund dokumentiert, viele Artefakte der Goldsucher sind ausgestellt und ein Film zeigt die verschiedenen Techniken des Goldsuchens. Verschiedene Wege führen durch den Park. Bei der Discovery Tour (etwa 600 m lang) kommen Sie an Bergwerkswerkzeug, am Repliktat von Sutter's Mill, am American River und an die Stelle, wo Marshall das Gold gefunden hat, vorbei. Etwas beschwerlicher ist der Monument Loop Hike (zwei Kilometer lang), der zu Marshalls Denkmal führt und von dort aus eine schöne Aussicht auf die Umgebung bietet. Insgesamt verfügt der Park über acht Kilometer Wanderwege.

Weiter Richtung Süden, an der Kreuzung State Route 49 und der US 50, liegt Placerville (externer Link), das Mitte des 19. Jahrhunderts den Spitznamen Hangtown trug, da die Bürger dieser ehemaligen Minenstadt mit Verbrechern kurzen Prozess machten und sie in Blitzverfahren zum Tode durch Erhängen verurteilten. Heute lebt Placerville überwiegend vom Obstanbau (Äpfel im August bis Dezember, Kirschen im Juni, Pfirsiche im August und September) und seiner Lage an der US 50, die direkt zum Lake Tahoe führt. Dass Placerville nicht ein kleines Dorf geworden ist, wie andere Goldgräberstädte im Gold Country, verdankt die Stadt dem Overland Trail. Denn über den Overland Trail kamen viele Siedler vom Osten an Placerville vorbei, und einige blieben auch gleich dort.

Knapp zwei Kilometer nördlich von Placerville befindet sich die Gold Bug Mine (2635 Goldbug Lane; geöffnet von April bis Oktober täglich von 10 - 16 Uhr und von November bis März am Wochenende von 12 - 16 Uhr; Eintritt: 5 Dollar; externer Link) im Bedford Park. Auch in diesem 15 ha großen Park wurde im 19. Jahrhundert Gold gefördert. Auf dem Gelände gibt es mehr als 200 kleinere Minen. Einige Stollen sind hell erleuchtet und können besichtigt werden.

Auf der Strecke von Placerville bis Sonora kommen Sie an einer Reihe ehemaligen Goldgräberstädtchen vorbei, wo heute meist nicht mehr als 200 bis 300 Menschen leben und denen man noch heute ihre Vergangenheit ansieht. Das sind die Orte Plymouth, Drytown, Amador City (externer Link), Sutter Creek (externer Link), Jackson (externer Link), Mokelumne Hill, San Andreas und Angels Camp. Ein längerer Halt lohnt sich in Jackson im dortigen Amador County Museum (225 Church Street; geöffnet von Mittwoch bis Sonntag von 10 - 16 Uhr; Eintritt: frei; externer Link), wo mit Hilfe von Modellen die verschiedenen Goldschürftechniken sehr lebendig dargestellt werden. Ebenfalls in Jackson ist die Kennedy Mine (externer Link) beheimatet. Der tiefste Schacht geht fast 2.000 m tief in die Erde und war bis 1942, als die Mine geschlossen wurde, die tiefste Mine in Nordamerika. Leider ist die Mine nur am Wochenende von März bis Oktober geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Dollar.