Gold Country Süd – das goldene Herz Kaliforniens

Sonora war zur Zeit des Goldrausches einer der größten, reichsten und wildesten Städte im gesamten Gold Country, da sie in unmittelbarer Nähe der ertragreichsten Mine (Big Bonanza) der Mother Lode lag und damals den Beinamen "Queen of the Southern Mines" trug. In der Zeit von 1848 - 1850 wurde in der Umgebung von Sonora 12 Tonnen Gold gefunden. Ende des 19. Jahrhunderts wurde Sonora dank der Eisenbahn zum Handelszentrum.

Sonora als Zentrum des Gold Country

Heute lebt die Kleinstadt Sonora (externer Link) mit etwa 4.500 Einwohnern vom Tourismus und von der Forst- und Landwirtschaft. Dank seiner gut erhaltenen historischen Gebäude ist Sonora allemal ein Besuch wert und wird nicht umsonst als das Juwel des Gold Country bezeichnet. Die Stadt erstreckt sich über sieben Hügel und entlang der Hauptstraße von Sonora, der Washington Street, stehen wundervoll hergerichtete viktorianische Holzhäuser. Deshalb wird Sonora auch Klein-San Francisco genannt. Sonora wurde von mexikanischen Minenarbeitern gegründet und hatte Anfang 1849 mehr Einwohner, nämlich etwa 7.000, als heute. Die Mexikaner kamen aus dem nordwestlichen Sonora-Gebiet Mexikos. Im ehemaligen Gefängnis von Sonora ist das Tuolumne County Museum and History Center (158 West Bradford Street; geöffnet von 10 - 16 Uhr; externer Link) untergebracht. Das Museum gibt einen sehr interessanten Einblick in die Anfangszeit des Goldrausches.

Den "Wilden Westen" in Columbia hautnah erleben

Drei Kilometer nördlich von Sonora, abseits der State Route 49, erreicht man den Columbia State Historic Park (geöffnet: täglich von 9 - 17 Uhr; Eintritt: frei; externer Link). Columbia galt in der Zeit zwischen 1850 und 1870 zu einer der wichtigsten Goldgräberstädte in Kalifornien. Zwischenzeitlich war Columbia die zweitgrößte Stadt (20.000 Einwohner) Kaliforniens. In der Boomzeit von Columbia fand man dort wöchentlich Gold in einem Wert von 100.000 Dollar. 1858 wurde in Columbia die legendäre Wells Fargo Express Company gegründet, um die öffentliche Verkehrsverbindung herzustellen und das Gold aus dem Ort zu bringen. Wie überall an der Mother Lode versiegten die Goldfunde und die Einwohnerzahl der Stadt sank rapide ab. 1880 waren es nur noch 500.

Columbia ist heute sicher einer der wenigen Städte in Kalifornien, in der sich besichtigen lässt, wie man sich das Leben im Wilden Westen vorzustellen hat. In den restaurierten Gebäuden arbeiten Handwerker noch wie damals. Vor dem roten Ziegelgebäude der Wells Fargo hält auch heute noch eine Postkutsche. Zwölf Straßenzüge wurden relativ authentisch wieder hergerichtet. Darunter sind zwei Saloons, ein Hotel, eine Schule, eine Schmiede und sogar eine Zahnarztpraxis samt Werkzeug. Dies alles gehört zu diesem sehr sehenswerten Park, der den "Wilden Westen" wieder auferstehen lässt. Selbst am Goldwaschen kann man sich versuchen oder eine Goldmine besuchen. Innerhalb des Parks kann ein Pferd ausgeliehen werden, oder wer es gemütlicher haben möchte, kann auch mit einer Kutsche durch Columbia kutschiert werden.

Eisenbahn als Zeugnis des Goldrausches

Der Goldrausch in Kalifornien und der damit verbundene plötzliche Reichtum sorgten auch für einen beispiellosen Boom beim Eisenbahnbau. Ein Zeugnis dafür ist der Railtown 1897 State Historic Park (von April bis Oktober täglich von 9:30 - 16:30 Uhr und von November bis März täglich von 10 - 15 Uhr geöffnet; Eintritt: 5 Dollar; externer Link) in Jamestown, das sich fast nahtlos an Sonora anschließt. Der Park liegt genau dort, wo die Sierra Railway Company ihren Betrieb 1897 aufnahm. In Railtown wird die Schmalspuranlage aus dem Ende des 19. Jahrhunderts wie zur ihrer Einsatzzeit erhalten. Dazu zählen der Fuhrpark und die historischen Gebäude, seien es die Werkstätten oder auch die Bahnhofsstation und auch verschiedene Eisenbahngerätschaften. Der ganze Stolz der Railtown sind jedoch die vier ausgestellten Dampflokomotiven aus der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert. Der State Park ist auch der Eisenbahndrehort Hollywoods. Hier wurde zum Beispiel "12 Uhr Mittags" gedreht, der wohl legendärste Western der Filmgeschichte und mehr als 200 weitere Filme und Fernsehproduktionen. Von April bis Oktober gibt es am Wochenende Mitfahrgelegenheiten in einem der historischen Züge. Dieses einmalige Fahrerlebnis dauert etwa 40 Minuten. Der Zug geht ab 11 Uhr, zur jeder vollen Stunde, auf seine 20 km lange Reise.

Von Mariposa zum Yoesemite-Nationalpark

Am südlichen Ende der State Route 49 kommen Sie an Mariposa (externer Link) vorbei. Viele Besucher, die nach Mariposa fahren, sind nur am Yosemite-Nationalpark interessiert, der nur 35 km von Mariposa entfernt ist. Jedoch gibt es drei Kilometer südlich von Mariposa (direkt an der State Route 49), das California State Mining and Mineral Museum (5005 Fairgrounds Road, von Mai bis September täglich von 10 - 18 Uhr und von Oktober bis April täglich außer dienstags von 10 - 16 Uhr geöffnet; externer Link). Das Bergbau- und Mineralienmuseum beweist, dass in dieser Region die aufregendsten Funde des ganzen Gold Country gemacht wurden. Höhepunkte des Museums sind die verschiedenen Diamanten- und Goldklumpen. Dabei ist der Stolz des Museums der sechs Kilogramm schwere Fricot Nugget.

Außerhalb des Gebäudes steht eine originalgetreue, restaurierte Stampfmaschine, die zwischen 1860 bis 1870 in Betrieb war. Mit Hilfe solcher Stampfmaschinen wurde das Quarz, das aus den Minenschächten gefordert wurde, zerkleinert. Aus dem pulverisierten Quarz gewann man schließlich mit Hilfe eines chemischen Prozesses das Gold. Auch ein neu renovierter Bergwerkstunnel kann besichtigt werden. Aus diesem Tunnel mussten die Goldgräber mit sehr viel Mühe und Gefahren das Goldquarz fördern.

Besichtigung von Höhlen im Gold Country

An der State Route 4, die die State Route 49 bei Angeles Camp kreuzt, in Richtung Sierra Nevada, bei Murphys, sind zwei Höhlen mit interessanten Gesteinsformen zu bewundern. An der Sheep Ranch Road in Murphys liegen die Mercer Caverns (externer Link). In Vallecito ist die größte Höhle Kaliforniens, die Moaning Cavern (externer Link), zu finden. Die Moaning Caverns sind das ganze Jahr hindurch täglich geöffnet, während die Mercer Caverns nur von Juni bis September täglich zugänglich sind - in den übrigen Monaten nur am Wochenende.