Bodie – Ghost Town

1852 fanden die Goldgräber in den Flüssen an der Westseite der Sierra Nevada nur noch wenig Gold. Um das begehrte Metall zu finden, musste man von nun an tief in die Erde graben. Da dieses Unterfangen ein großes Startkapital erforderte, war das für den einzelnen Goldgräber viel zu teuer. Sie arbeiteten von nun an für große Bergwerksgesellschaften.

Goldgräberstädte an der Ostseite der Sierra Nevada

Nachdem im Hochland der Sierra Nevada (Ostseite der Sierra) und in Nevada 1859 große Gold- und Silberfunde bekannt wurden, wanderten viele Goldgräber gen Osten auf die andere Seite der Sierra Nevada ab. So entstanden viele Goldgräberstädte an der Ostseite der Sierra Nevada. Wie eifrig die Goldgräber waren, kann man am Ostrand der Sierra Nevada fast überall erkennen. Sei es nun in Bridgeport, Mammoth Lakes, in Bishop oder in Independence. Einer der schnelllebigen Goldgräberstädte in der Sierra Nevada war Bodie, das 1962 zum State Historic Park erklärt wurde.

Ghost Town Bodie

1859 fand Waterman S. Bodie Gold, wo heute die Ghost Town steht. Bodie galt in seinen besten Jahren – von 1878 bis 1884 – als eine der wildesten und ruppigsten Goldgräberstädte in ganz Kalifornien, und war auch die drittgrößte Stadt in Kalifornien zu dieser Zeit, neben San Francisco und Sacramento. Bodie brüstete sich in seiner Glanzzeit mit einem Mord pro Tag.1861 hatte Bodie 20 Einwohner, 1880 waren es 10.000 mit 65 Saloons, 1920 waren es nur noch 20 Unentwegte, und heute ist Bodie eine richtige Ghost Town, auf die nur noch ein paar Ranger aufpassen. Übrigens war Bodie eine der ersten Städte im Westen der USA, die über elektrischen Strom verfügte (1882). Die Stromleitung wurde von Bridgeport aus nach Bodie verlegt. Den Beweis liefert das noch recht gut erhaltene Hydro Building.

Die Goldgräber in Bodie fanden zwar Gold mit einem Wert von mehreren Millionen Dollar, doch die rauen Arbeitsbedingungen, um das Gold zu finden, waren für die Glücksritter sehr schwer. So war das körperliche Arbeiten bei einer Höhe von 2.600 m schon sehr extrem. Da die Temperaturen im Großteil des Jahres meist über Nacht unter null Grad Celsius lagen, war auch der Boden sehr oft gefroren, so dass man es mit Spaten und Pickel dreifach so schwer hatte wie sonst. Weil der Winter im High Country fast ein halbes Jahr dauert, mussten die Goldsucher auch noch gegen den meterhohen Schnee und eiskalten Winden kämpfen, und die Temperaturen im Winter von minus 20 Grad Celsius taten ihr übriges.

170 Gebäude stehen heute noch in Bodie, das sind etwa 5 Prozent der ehemaligen Bebauung, der Rest ist größtenteils dem Feuer zum Opfer gefallen. Unter diesen 170 Gebäuden sind eine Kirche, mehrere Saloons, die Schule, ein Warenhaus, der Friedhof und einige Minen. Viele der Gebäude sind mehr oder weniger restauriert. Da einige Gebäude auch einsturzgefährdet sind, kann man sie nicht besichtigen. Durch die Bemühungen, die Goldgräberatmosphäre des vorigen Jahrhunderts zu erhalten, entstand eine in Kalifornien einzigartige Sehenswürdigkeit. Deshalb herrscht in Bodie auch eine ganz eigenartige Stimmung und man fühlt sich beim Besuch tatsächlich in die Zeit des Goldrausches zurückversetzt.

Bodie liegt etwa 45 Fahrminuten nördlich vom Mono Lake und ist über den Highway 395 und der State Road 270 erreichbar, die zwischen Bridgeport und dem Mono Lake beginnt. Der letzte Abschnitt dieser Straße ist ungepflastert, aber trotzdem gut befahrbar. Im Winter (etwa von Ende Oktober bis Ende Mai) ist die State Road 270 geschlossen.