Carmel-by-the-Sea

Das hübsche und ziemlich teure Städtchen Carmel-by-the-Sea (4.000 Einwohner), oder kürzer einfach Carmel, am südlichen Ende der Monterey-Halbinsel ist für kalifornische Verhältnisse eine außergewöhnliche Stadt. Sie hat mehr Ähnlichkeit mit einem englischen als mit einem kalifornischen Küstenort, da die Häuser größtenteils von der englischen Dorfarchitektur geprägt sind. Die Stadtverwaltung Carmels achtet streng auf die Schönheit ihres Städtchens. So suchen Sie vergebens nach einem McDonald oder Burger King, Imbissständen, Ampeln, Leuchtreklame oder gar nach einem riesigen Hotelkomplex. Selbst die Straßen wurden um Bäume herumgebaut. Diese Exklusivität hat auch ihren Preis, denn wer nicht mehrere Millionen auf seinem Bankkonto hat, der ist an diesem Nobelort fast fehl am Platz.

Nobelort am nördlichen Ende von Big Sur

Carmel war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts ein kleines Nest. Erst als Dichter, Komponisten und Maler nach dem verheerenden Erdbeben in San Francisco 1906 ihr Domizil dort gefunden haben, wurde Carmel bekannt. In der zweiten Hälfe des letzten Jahrhunderts wurde dann Carmel auch vom Tourismus entdeckt. So gibt es heute zahllose, noble und teure Designerboutiquen, Antiquitätengeschäfte und Galerien. Die meisten Besucher Carmels halten sich überwiegend in der Innenstadt zum Shoppen auf. Wollen Sie in Carmel ihrer Einkaufslust frönen, dann nehmen Sie einen gut gefüllten Geldbeutel mit, da es in Carmel keinen Ramsch und schon gar nichts Billiges zu kaufen gibt. Das kommerziell bestimmte Leben und Treiben spielt sich überwiegend in der Ocean Avenue ab.

Carmel Beach

Interessiert Sie mehr die Gegend am Pazifik, so müssen Sie nur die Ocean Avenue (die Hauptstraße Carmels) geradeaus fahren, und Sie gelangen ohne Umwege an den wunderschönen Carmel Beach. Der weitläufige, breite, piniengesäumte, weiße Sandstrand an der Carmel Bay gehört zweifelsohne zu den schönsten an der kalifornischen Pazifikküste. Er ist sehr gut geeignet, um ein bisschen spazieren zu gehen oder sich die Sonne auf den Pelz brennen zu lassen, unter der Voraussetzung, dass sich der Frühnebel im Sommer verzogen hat.



Carmel Mission

Sehenswert ist auch die Carmel Mission (3080 Rio Road; geöffnet von Montag bis Samstag von 9 - 17 Uhr und am Sonntag von 13 - 17 Uhr; Eintritt: 5 Dollar; externer Link) am südöstlichen Rand von Carmel. Die Mission San Carlos Borromeo de Carmelo wurde 1770 als zweite Mission in Kalifornien gegründet. Die Mission wurde zuerst in Monterey neben einem spanischen Fort gebaut, doch nur ein Jahr später verlegte das Franziskaneroberhaupt und Gründer der kalifornischen Missionen in Alta California, Junipero Serra, die Mission in ein Tal am Fluss Carmel, dem heutigen Standort. Bis zu seinem Tod im Jahre 1784 war die Carmel Mission das Hauptquartier Serras. Von dort aus koordinierte er die Missionsarbeit. Nach dem Säkularisierungsgesetz der mexikanischen Regierung von 1833 wurde die Missionsarbeit in Kalifornien eingestellt und die Siedler konnten die Ländereien der Missionen für wenige Dollar erwerben. Im Laufe der Zeit verfielen die Missionen oder sie wurden in Salons oder Pferdeställe umfunktioniert.

Die im maurischen Stil erbaute Carmel Mission gehört zu den schönsten und am besten renovierten Missionen entlang der Küste Kaliforniens. Sie ist einer der wenigen Missionen, deren quadratischer Innenhof noch völlig erhalten ist. In den Innenräumen der Mission sind einige Museumsräume eingerichtet worden, in denen das spartanische Leben der damaligen Zeit dargestellt wird. So ist auch die einfache Stube Serras mit Holz- und Schreibtisch zu sehen. Auch der gepflegte Missionsgarten ist sehenswert. Im dazugehörigen Missionsfriedhof liegen die Überreste Serras. Die Carmel Mission erreichen Sie, wenn Sie an der ersten Ampel (von Süden aus gesehen) am Highway No. 1 in Richtung Pazifik auf die Rio Road abbiegen. Von der Kreuzung aus sind es dann nur noch wenige Meter zur Mission.

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