Hearst Castle

Oberhalb des Ortes San Simeon thront das Schloss des ehemaligen Pressezaren William Randolph Hearst. Das so genannte Hearst Castle ist eine oft besuchte Sehenswürdigkeit in Kalifornien. Mehr als eine Million Besucher jährlich bestaunen das Hearst Castle. Es ist wohl das grandioseste und prächtigste Denkmal, das sich je ein Privatmann selbst setzte. Aus vier Häusern - drei Gästehäuser, das Haupthaus, eine doppeltürmige Kathedrale - und einer prächtigen Parkanlage besteht dieses Schloss.

Geschichte von Hearst Castle

1922 wurde die aus San Francisco stammende Architektin Julia Morgan beauftragt, dieses Anwesen zu schaffen. Als 1951 Hearst starb, war es nach 28-jähriger Bauzeit immer noch nicht ganz fertig. Das Haupthaus (La Casa Grande) hat 115 Zimmer, darunter 38 Schlafzimmer, zwei Bibliotheksräume, ein riesiges Speisezimmer und eine große Empfangshalle. Die Kathedrale (Casa Grande) mit ihren 40 m hohen Türmen im spanisch-maurischen Stil ist derjenigen in Sevilla nachgebildet. Das riesige Bauwerk ist ein Verschnitt aus Fantasie und Nachbau europäischer Vorbilder.

In den Häusern sind antike Statuen, gotische Kamine, etruskische Vasen, ägyptische Figuren, Ritterrüstungen, Bücher, Gemälde und Perserteppiche untergebracht. Zu dem Anwesen gehören auch zwei Schwimmbäder. Das eine befindet sich im Freien und ist von einer antiken Tempelfassade umgeben (Neptunbad). Das römische Schwimmbad befindet sich in einem Betongebäude und ist mit venezianischen Glaskacheln und Goldkacheln verkleidet. Zum Hearst Castle gehörte auch seinerzeit der größte Privatzoo auf der Welt, mit Löwen, Affen, Zebras und anderen Tieren. Auf den Koppeln des weitläufigen Gebietes grasen noch heute Zebras. Hearst empfing in seinem Schloss Filmgrößen wie Charlie Chaplin, Clark Gable oder Greta Garbo.

Die in der Welt wohl einmalige Kombination von Kitsch und Kunst, wobei ein Laie den Unterschied kaum feststellen kann, ist nicht jedermanns Sache. Das Schloss ist im Gegensatz zu anderen "historischen" Bauten im Originalzustand erhalten geblieben, mitsamt der Inneneinrichtung, so dass man einen guten Einblick in das üppige Leben seiner Bewohner erhält.

Wie viel das Anwesen von William Randolph Hearst kostete, wurde nie bekannt gegeben. Schätzungen zur Folge waren es 30 Millionen Dollar. Der heutige Kaufwert des Hearst Castle würde zwischen 300 und 400 Millionen Dollar betragen. Die Kunstgegenstände sind in diesem Preis nicht inbegriffen und können auch kaum geschätzt werden.



Hearst Castle kann nur im Rahmen einer knapp zweistündigen geführten Tour besichtigt werden. Die Touren beginnen am Visitor Center, fast neben dem Highway No. 1 (sehr gut beschildert). Von dort aus wird man mit einem Shuttle-Bus hinauf zum Schloss gebracht. Der Prunk im Inneren des Schlosses machen das Anwesen interessant, doch für uns Europäer, die schon oft ein Schloss gesehen haben, stellt sich die Frage, ob eine Besichtigung des Schlosses, das hohe Eintrittsgeld und eventuelle Wartezeiten sich überhaupt lohnen. Es werden vier verschiedene Touren angeboten, bei denen dem Besucher leider nicht genügend Zeit gelassen wird, das Gesehene richtig zu verarbeiten und zu genießen. So erhält man nur einen flüchtigen Eindruck vom Hearst Castle.

Wer jedoch mehr sehen möchte, der sollte sich den Film "Hearst Castle - Building The Dream" vom National Geograpic Theater auf einer Großbildleinwand anschauen. Der Film erzählt die Geschichte des Hearst Castles von der Idee bis zur Vollendung des Baus. Natürlich wird auch das gesamte Anwesen mit tollen Bildern vorgestellt. Bei allen Touren werden der Neptunpool und das römische Bad besichtigt.

Die Touren beginnen um 8.30 Uhr. Die letzte Tour beginnt im Sommer um 17 Uhr, in der anderen Zeit um 15 Uhr. Auf den offiziellen Seiten des Hearst Castle (externer Link) erhalten Sie weitere Informationen, inklusive einer Foto-Show.

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