Monterey

Monterey (30.000 Einwohner) blickt für amerikanische Verhältnisse auf eine sehr lange und wechselvolle Geschichte zurück. Monterey wurde 1770 als Missionsstation gegründet und 1775 zur Hauptstadt des spanischen Kaliforniens Alta California erklärt. Zu diesem Zeitpunkt lebten in Kalifornien etwa 100.000 nicht-indianische Menschen. Nach der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien, 1821, behielt die Stadt weiter ihren Status. Auch nach dem mexikanisch-amerikanischen Krieg (1846-1849) blieb Monterey die Hauptstadt Kaliforniens. Nicht nur aufgrund der Geschichte gibt es in Monterey viel zu entdecken; denn die Lage an der Küste ermöglicht vielfältige Freizeitbeschäftigungen.

Geschichte Montereys

Bis zum Goldrausch (1849) war Monterey das politische und wirtschaftliche Zentrum des damaligen jungen Staates Kalifornien. Am 13.Oktober 1849 wurde in Monterey, in der Colton Hall, die erste Verfassung von Kalifornien von 48 Delegierten verabschiedet. Als 31. Bundesstaat schloss sich Kalifornien dann im September 1850 der USA an. Zu dieser Zeit verlor Monterey aber rasch an politischen Einfluss und im Jahre 1850 wurde San Jose Hauptstadt, kurz darauf Vallejo, bis dann endgültig Sacramento mit ihrer wirtschaftlichen Macht, dank des Goldrausches, zur Hauptstadt Kaliforniens ernannt wurde.

Monterey State Historic Park

Der Path of History (ein drei Kilometer langer Rundweg) im Monterey State Historic Park (externer Link) führt zu einigen renovierten Häuser mit interessanter Vergangenheit in die Altstadt Montereys. Am besten beginnen Sie die Tour am Stanton Center (5 Custom Plaza), gleich gegenüber dem Eingang von Fisherman's Wharf. Das Stanton Center beherbergt auch das Maritime Museum of Monterey (externer Link), das Gegenstände aus dem früheren Kalifornien und natürlich Modelle alter Schiffe ausstellt. Vom Stanton Center führt der Path of History mit orangefarbenen Linien auf dem Gehweg zu den historischen und wundervoll renovierten Adobehäusern.

Gleich neben dem Stanton Center steht das ehemalige Zollhaus Custom House (externer Link) aus dem Jahre 1827. Damit ist es das älteste amerikanische Verwaltungsgebäude an der Westküste. Heute befindet sich dort ein Militärmuseum mit Gegenständen aus den Jahren 1830 bis 1850. Nur einen Steinwurf entfernt steht das Pacific House, das ehemals eine Schenke und ein Militärlager war. Heute ist es ein naturgeschichtliches Museum, das das Leben auf der Monterey-Halbinsel im 19. Jahrhundert beschreibt. Einen Block weiter, Ecke Scott Street/ Pacific Street, stößt man direkt auf das First Theater, wo 1847 die erste Theaterveranstaltung, bei der Eintritt verlangt wurde, in Kalifornien aufgeführt wurde.

Fünf Kilometer landeinwärts steht eines der schönsten historischen Häuser in Monterey - das Larkin House (externer Link). Das Larkin House (1835) ist eine Mischung aus spanischen Kolonialstil und englischen Architekturformen. Das Adobehaus ist aus Mammutbaumholz und Adobeziegeln (Lehmziegeln) erbaut worden. Nachträglich wurde ein Stockwerk mit Balkon aufgesetzt. Es diente zahlreichen anderen Gebäuden in Monterey als Vorbild. So wurde der typische Monterey-Stil geboren. Im Larkin House ging der erste und einzige Konsul in Kalifornien, Thomas Larkin, von 1844 bis 1846 seinen Amtsgeschäften nach. In einer geführten Tour kann man das Haus besichtigen. Ein Block weiter befindet sich die Colton Hall, wo die erste Verfassung von Kalifornien beschlossen und ratifiziert wurde.

Der Path of History ist nur für Urlauber interessant, die sich für die Geschichte Kaliforniens interessieren. Im Visitor Center ist ein Faltblatt erhältlich, das den Verlauf des historischen Pfades erläutert und die Bedeutung der einzelnen Gebäude erklärt. Aber nicht in erster Linie wegen der Geschichte und der Altstadt Montereys strömen jährlich drei Millionen Touristen in die Stadt, sondern wegen der Küstenfront mit der Cannery Row, inklusive des weltberühmten Monterey Bay Aquarium und Fisherman's Wharf.

Cannery Row

Von 1850 bis 1950 lebten die Einwohner von Monterey überwiegend vom Fischfang. Das kalte und nährstoffreiche Meereswasser an der Bucht von Monterey lieferte jede Menge Sardinen, die in Konserven- und Fischmehlfabriken verarbeitet wurden. Die Straße, an der die Sardinen verarbeitet wurden, heißt Cannery Row (externer Link). Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts waren die Bestände der Sardinen entlang der Bucht leer gefischt und die Cannery Row wurde zu einer riesigen Geisterstraße. Die letzte Sardine wurde 1964 gefangen und die letzte Sardinenfabrik schloss 1972 ihre Pforten; es war die Harden Food Products Corporation. In dessen Fabrikgebäude befindet sich heute das Monterey Bay Aquarium.

In dem Roman "Cannery Row" (auf Deutsch: "Straße der Ölsardinen") beschrieb der Nobel- und Pulitzer-Preisträger John Steinbeck die Geschichte der Arbeiter in den Fabriken. Wer jedoch näheres über John Steinbeck ("Jenseits von Eden", "Früchte des Zorns") an der Cannery Row erfahren möchte, der sucht vergebens. Außer einem Denkmal ist kaum etwas über ihn zu finden. Interessierte müssen in den Geburtsort von ihm, nach Salinas, fahren (etwa 25 km östlich von Monterey am Highway 68). Dort gibt es zu seinen Ehren das National Steinbeck Center (externer Link).

Heute sind die Fischfabriken verschwunden, vorbei ist es mit dem Fischgestank von damals. In die alten Fabriken sind mittlerweile Restaurants, Cafes, Galerien und Souvenirgeschäfte eingezogen. Deshalb drängen sich entlang dieser ehemaligen Industriestraße massenweise Touristen.



Monterey Bay Aquarium

Die größte Sehenswürdigkeit an der Cannery Row ist das berühmte Monterey Bay Aquarium (886 Cannery Row; geöffnet täglich von 10 - 18 Uhr; Eintritt: 29,95 Dollar; externer Link). Das Aquarium gehört zu einer der schönsten und aufwändigsten seiner Art in der Welt. 300.000 Meerestiere, darunter fast 600 verschiedene Arten, sind hier von den 1,8 Millionen Besuchern im Jahr zu bestaunen.

In einem neun Meter hohen Aquarium (Fassungsvermögen 1,1 Millionen Liter) ist im Laufe der Jahre ein ganzer Seetangwald entstanden. Der Seetangwald besteht aus der Riesenalge Kelp. Nirgendwo sonst auf der Welt bildet sich ein so dichtes Netz von Stämmen, Zweigen und Blättern wie vor der Küste Südkaliforniens. In Südkalifornien scheinen ganz besondere Bedingungen für den Kelp zu herrschen, denn nur hier konnten sich so viele Kelpalgen ansiedeln, dass sich daraus ein ganzer Wald bildete. Die Wassertemperaturen (ca. 10 Grad Celsius), die kalte Meeresströmung und das klare Wasser haben das Entstehen des Unterwasserwaldes begünstigt. Der riesige Seetangwald braucht die ständige Vor- und Rückwärtsbewegung des Meeres, um zu wachsen. Die Gezeiten werden dabei mit speziell installierten Pumpen simuliert. Normalerweise bleibt der Blick in diese wunderschönen Seetangwälder nur Tauchern vorbehalten.

Ein paar mal in der Woche taucht ein U-Boot in den Tiefsee-Canyon der Bucht von Monterey hinab und überträgt Bilder auf eine Leinwand in das Aquarium. So kann man auch die Meeresbewohner im Seetangwald in freier Wildnis beobachten und die artenreiche Tierwelt des Monterey Bay National Marine Sanctuary (externer Link) noch besser kennen lernen.

Absolute Stars des Monterey Bay Aquariums sind die Seeotter, die schon fast ausgestorben waren. Dass es heute rund 2.000 Seeotter an der Küste Kaliforniens gibt, ist hauptsächlich ein Verdienst des Monterey Bay Aquariums. Die Seeotter, die im Aquarium untergebracht sind, sind entweder verletzte Tiere oder Junge, die in der freien Wildnis nicht überleben könnten. Sie verbringen ihre Zeit solange im Aquarium, bis sie gesund oder alt genug sind, das raue Leben im Pazifik zu überleben.

Im Outer Bay, einem mit vier Millionen Liter gefülltes Aquarium, schwimmen Fische, die in den Weiten des Pazifiks ihren Lebensraum haben. In der Abteilung Mystery Deep sind 40 verschiedene Tierarten untergebracht, die in der dunklen Tiefe des Pazifiks leben. In Mystery Deep kann man leicht feststellen, dass sich das Leben in der Tiefsee wesentlich von der Meereswelt an der Wasseroberfläche unterscheidet.

Man muss sich nicht nur damit begnügen, die Meerestiere hinter einer Glaswand zu sehen, denn es gibt auch die Möglichkeit, Seesterne, Krebse und Quallen in Bassins zu berühren. Dazu gibt es noch Vergrößerungsgläser und Mikroskope, um auch die kleinsten Meeresbewohner betrachten zu können. Das Monterey Bay Aquarium ist ein hervorragender Reiseführer durch die Tiefe der Meere, eine Welt, die dem Menschen unbekannter ist als der Mond. Spätestens beim Besuch des Monterey Bay Aquariums wird jedem klar, wie wichtig die Erhaltung und Rettung jeder einzelnen Tierart ist, um das sensible Ökosystem unserer Meere nicht zu zerstören.

Fisherman's Wharf

Der Hafen in Monterey war früher Anlegeplatz für die große Fischerei- und Walfangflotte. Heute dient er als Yachthafen sowie kleinen Fischereibooten und Ausflugsschiffen als Anlegeplatz. Das Zentrum des Hafens bildet Fisherman's Wharf 1 und 2 (externer Link), zwei ins Meer gebaute Holzstege. Die Pier von Fisherman's Wharf 1 ist voll von Souvenirläden, Imbissständen und guten Fischrestaurants. An Fisherman's Wharf 2 legen die noch aktiven Fischer an. Morgens kann man sie beobachten, wie sie ihren Fang entladen. Auch Seelöwen und Seehunde fühlen sich um Fisherman's Wharf wohl und haben sich dort niedergelassen, um die Touristen nach Futter anzubetteln.

Da von Fisherman's Wharf Ausflugschiffe aller Art und Größe auslaufen, ist es natürlich ein idealer Platz, um einen kurzen oder auch längeren Abstecher in den Pazifik zu unternehmen. Es werden angeboten: kurze Hafenrundfahrten, Rundfahrten entlang der Bucht von Monterey, Walbeobachtungen oder auch Fahrten mit einem Glasboot, um die vielfältige Unterwasserwelt der Bucht von Monterey live zu sehen.

Etwas weiter westlicher von Fisherman's Wharf, am Custom House Plaza, befindet sich das Maritime Museum of Monterey (5 Custom House Plaza; externer Link). Dieses Museum erzählt die wechselvolle Geschichte von Monterey. Die Ausstellungsstücke reichen vom 18. Jahrhundert, zur Zeit der spanischen Eroberer, bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts, als Monterey die Sardinenhauptstadt der Welt war, bis heute.

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