Big Sur Coast

Die Big Sur Coast (zwischen San Simeon am südlichen Ende und Carmel-by-the-Sea am nördlichen Ende) ist der schönste, aufregendste und romantischste Abschnitt des Highway No. 1. "Big Sur ist da, wo sich Berge und der Ozean zu einem dramatischen Rendezvous treffen. Das ist die schönste Begegnung von Land und See, die es auf der Erde gibt." Diese zwei Sätze schrieb der Schriftsteller Robert Louis Stevenson, der hier Anregungen für sein Buch "Die Schatzinsel" fand. Eine bessere Beschreibung über die Big Sur Coast kann man nicht finden.

Küstenstraße der Superlative an der Central Coast

Die zweispurige Highway No. 1 windet sich auf diesem 120 km langen Küstenabschnitt die Klippen hinauf, um dann wieder jäh in den dunklen Wälderschluchten abzufallen. Westlich vom Highway schimmert das Wasser hellblau und weiter draußen dunkelblau, und östlich davon gibt es Wälder mit den riesigen Küstenmammutbäumen im Santa-Lucia-Gebirge, die teilweise auf den Pazifik stoßen. Deshalb gibt es nur an einigen Stellen einen direkten Zugang zu den Stränden. An den Stränden und Buchten gibt es mehr Seelöwen als Surfer und Schwimmer, da das Wasser meist zu kalt und die Strömung vielerorts zu gefährlich ist. Aber schon allein die vielen Aussichtspunkte entlang des Highway No. 1 geben genügend Blicke auf das sensationelle Küstengebiet frei, und man wird schon fast gezwungen, an jedem Aussichtspunkt anzuhalten, um die verschiedenen Perspektiven auf die zerklüftete Küste genießen zu können.

Dieser Landstrich der Pazifikküste ist nur spärlich besiedelt (etwa 2.000 Einwohner), touristische Einrichtungen gibt es nicht sehr viele. Deshalb empfiehlt es sich, noch einmal voll zu tanken. Es gibt zwar einige Hotels, doch sind freie Zimmer sehr rar und auch teuer. Ohne eine Vorausbuchung findet man sehr schlecht ein Bett für die Nacht. Die spanischen Eroberer gaben Big Sur seinen Namen, weil sie einen großen Umweg nach Norden machen mussten. Die Felsenküste hatte ihnen den Zugang zum Meer verweigert. Bis heute hat sich diese Landschaft erfolgreich gegen den massenhaften Touristenansturm gewehrt.

In den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der Highway No. 1 mit Dynamit aus den Felsen des Santa-Lucia-Gebirges gesprengt. Teile des Highway No. 1 wurden 18 Jahre lang von Strafgefangenen gebaut. Für zwei Tage dieser Knochenarbeit wurde den Sträflingen ein Tag ihrer Haft erlassen. Der Highway an der Big Sur Coast war ab 1937 durchgehend befahrbar.

Wer die Stadt Big Sur entlang des Highway No. 1 sucht, der sucht vergebens. Denn Big Sur ist kein "echter" Ort, sondern eine Ansammlung von versteckten Häusern und einiger Lodges. Dass diese Gegend bewohnt ist, erkennt man nur an den Briefkästen entlang des Highway No. 1.



Julia Pfeiffer Burns State Park

Fährt man aus Richtung Süden nach Norden liegt der Julia Pfeiffer Burns State Park (Eintritt: 10 Dollar; externer Link) direkt an der Küste und bietet guten Zugang zum Strand. In den Lagunen und Buchten des Parks haben Seelöwen und Seeotter ihr Zuhause gefunden. Von Mitte Juni bis Mitte August ziehen die Seelöwen zur Paarung zu den kalifornischen Kanalinseln südwärts. Da die zwei Meter langen Seeotter sehr selten an Land kommen, muss man gute Augen haben, um sie im Meer zu erkennen. Meistens kann man sie beobachten, wenn sie auf dem Rücken schwimmend ihre Nahrung zu sich nehmen (Seeotter fressen bis zu 30 Prozent ihres Gewichtes täglich - zwischen 10 bis 15 kg) oder ihr Fell putzen, um sich vor dem kalten Wasser zu schützen, da sie keine Fettschicht haben. Wer sich für die Tierwelt an der Pazifikküste interessiert, der sollte in seinem Reisegepäck außerdem auf jeden Fall ein Fernglas dabei haben

Vom Julia Pfeiffer Burns State Park aus gibt es einige Wanderwege in die Wildnis oder auch zum Wasserfall McWay Cove Waterfall (Waterfall Trail), der 30 m tief in den Pazifik donnert. Er ist neben den Alamera Falls am Point Reyes der einzige Wasserfall in Kalifornien, der in den Pazifik stürzt. Dieser Weg gibt auch einige interessante Blicke auf den Pazifik und der Küste frei. Aufgrund der Feuer in den letzten Jahren sind einige Wanderwege allerdings gesperrt.

Aussichtsrestaurant Nepenthe

Einige Kilometer nordwärts trifft man auf das legendäre Aussichtsrestaurant Nepenthe (externer Link). Der Name Nepenthe kommt aus dem griechischen und heißt auf Deutsch "Sei ohne Sorge". Wer auf der Aussichtsplattform des Restaurants steht, die 240 m über dem Meer thront, der weiß auch, warum das Restaurant diesen Namen erhalten hat. Die schönste Aussichtsterrasse entlang des Highway No. 1 ermöglicht einen traumhaften Überblick über das tiefblau schimmernde Meer, der Brandung und der Pazifikküste. Für viele Künstler war und ist noch heute das Nepenthe die zweite Heimat.

Pfeiffer Big Sur State Park

Acht Kilometer nördlich vom Nepenthe stoßen Sie auf dem Highway No. 1 direkt auf den Pfeiffer Big Sur State Park (Eintritt: 10 Dollar; externer Link). Vom Visitor Center gibt es zahlreiche Wanderwege zu verschiedenen Küstenmammutbaumwäldern. Auf den Wanderwegen hat man auch eine hervorragende Aussicht auf die Big Sur Coast. Andere Wege führen in die weitläufige Ventana-Wildnis. Ausflüge in die Ventana-Wildnis sollten jedoch nur erfahrene Wanderer auf sich nehmen, da sie zu einem sehr anstrengend sind und das Wetter an der Pazifikküste sehr schnell umschlagen kann. Im Pfeiffer Big Sur State Park ist eigentlich immer etwas los, da sich dort auch der zentrale Campingplatz von Big Sur befindet.

Pfeiffer Beach

Pfeiffer Beach ist die schönste Sandbucht der Küstenlandschaft Big Sur - und wahrscheinlich in ganz Kalifornien. Das besondere an diesem Strandstück ist seine vielfarbige Gesteinsformation, die die Brecher abfängt. Über die nicht beschilderte Sycamore Canyon Road (vom Highway etwa drei Kilometer bis zum Parkplatz von Pfeiffer Beach; Parken: 5 Dollar) gelangen Sie zu Pfeiffer Beach. Es ist die einzige Straße, die westwärts zwischen dem Big Sur Post Office und dem Pfeiffer Big Sur State Park (3 km nördlich vom Nepenthe) zum Pazifik führt. Vom Parkplatz aus sind es nur noch wenige Meter bis zum Strand.

Andrew Molera State Park

Knapp zwei Kilometer nördlich vom Örtchen Big Sur beginnt der Andrew Molera State Park (Eintritt: 10 Dollar; externer Link), er ist der größte State Park an der Big Sur Coast. Der State Park verfügt über einen weitläufigen Sandstrand, wo der Big Sur River in den Pazifischen Ozean mündet, und über einen großen Ahornwald. Die meisten Wanderwege zu den verschiedenen interessanten und schönen Stellen des Andrew Molera State Park beginnen am Visitor Center. Auch Ausflüge innerhalb des Parks auf dem Rücken eines Pferdes werden angeboten (etwa 25 Dollar pro Stunde).

Etwas weiter nördlicher befindet sich auf einen Felsen vulkanischen Ursprunges das Point Sur Lighthouse (externer Link). Der Leuchtturm ging 1889 in Betrieb und 1972 wurde der Betrieb eingestellt. Der Leuchtturm kann nur über geführte Touren besichtigt werden. Da der Leuchtturm ziemlich abseits des Highway No. 1 liegt und auch keine andere Straße dorthin führt, muss man einen weiten und teilweise anstrengenden Fußmarsch auf sich nehmen. Die Mühe lohnt sich aber allemal, da man vom Leuchtturm aus eine tolle Aussicht auf die Küste und das Meer hat - vorausgesetzt es ist gutes Wetter.

Point Lobos State Reserve

Am nördlichen Ende von Big Sur (3 km südlich von Carmel-by-the-Sea) befindet sich das Juwel des kalifornischen State Park-Systems - der Point Lobos State Reserve (geöffnet täglich ab 9 Uhr bis 18.30 Uhr; Eintritt: 3 Dollar pro Auto; externer Link). Point Lobos ist eine felsige Halbinsel mit einer zerklüfteten Küste, vorgelagerten Inseln und Buchten. Auf der 300 ha großen Halbinsel haben etwa 250 Tierarten ihr Zuhause gefunden. An der Bucht der Halbinsel sorgt die Brandung durch die unaufhörliche Wellenbewegung über viele Millionen Jahre hinweg für selten geformte Klippen, Buchten und Grotten. Die Unterwasserfauna entlang des Point Lobos State Reserve gehört zu den vielfältigsten auf der ganzen Welt. Um die Unterwasserwelt näher zu betrachten, gibt es im Park auch die Möglichkeit, in dem kristallklaren Wasser zu Tauchen (jedoch nur mit einer Genehmigung). Die Spitze der Halbinsel bietet auch zwischen Dezember und März hervorragende Aussichtspunkte, die Wanderung der Grauwale zu beobachten.

Die Zufahrt zum Naturschutzpark erfolgt direkt vom Highway No. 1 aus. Diese Straße führt unmittelbar auf den Sea Lion Point Parkplatz. Wenn Sie nicht allzu viel Zeit haben, dann parken Sie dort. Von hieraus nehmen die interessantesten Wanderpfade ihren Anfang. Beim Aussteigen aus dem Auto hört man sofort die Schreie der Seelöwen. Über den Rundweg des Sea Lion Point Trail (etwa einen Kilometer lang) gelangen Sie ohne großen Umweg zu den Sea Lion Rocks, einer vorgelagerten Felsengruppe zur Küste, wo sich viele Seelöwen in der Sonne aalen. Diese Robbenart können Sie von Mitte August bis Mitte Juni beobachten. In den Sommermonaten wandern die Seelöwen rund 500 km südwärts zu den Kanalinseln von Kalifornien, um sich dort zu paaren. Das ganze Jahr über sind aber die Seehunde am Sea Lion Point. Die Seehunde und Seelöwen haben eine große Ähnlichkeit. Auch sie gehören zu den Robben. Man sieht es den Seehunden zwar nicht an, doch sie sind fantastische Taucher. Sie können bis zu 400 m tief tauchen und bis 30 Minuten unter Wasser bleiben.

Am Sea Lion Point Parkplatz nimmt auch der Cypress Cove Trail seinen Anfang und sein Ende. Dieser 1,5 km lange Wanderweg führt zu den Monterey-Zypressen, mit ihren bizarren Ästen, die auf den Granitfelsen den stürmischen Winden trotzen. Der Wanderweg gibt auch herrliche Blicke auf die Küstennase der Halbinsel frei. Darüber hinaus geht es vom Parkplatz aus nach einer fast 180-Grad-Kurve (mit dem Auto) zum Birds Island Trail. Auf einigen kleinen Inseln nahe der Küste haben zahlreiche Küsten- und Landvögel (Brauner Pelikan, Kormorane, verschiedene Möwenarten, Seeschwalben, Säbelschnäbler, Austernfischer) ihre Nistplätze.

Wenn Sie bei der ersten Kreuzung, nach der Einfahrt in das Naturschutzgebiet, abbiegen, gelangen Sie zur Bucht Whalers Cove. Dort beginnt der Granit Point Trail (drei km lang für hin und zurück), der an Whalers Cove vorbeiläuft und zum Granit Point führt. Am Granit Point haben sich mehrere Seehunde niedergelassen und im Wasser kann man mit Glück auch Seeotter schwimmen sehen. In Whalers Cove und in ihrer benachbarten Bucht, der Bluefish Cove, kann man mit Genehmigung Tauchen oder Schnorcheln, um die reichhaltige Unterwasserwelt näher kennen zu lernen.

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