Reise auf dem Highway 1 in Kalifornien – Sehenswürdigkeiten und Informationen (südlicher Teil)

Die California State Route (CA 1), häufig einfach auch nur Highway 1 genannt, bezeichnet eine am Pazifik verlaufende Bundesstraße in Kalifornien. Die international bekannte Straßenführung verbindet den Norden und Süden des Bundesstaates und führt in ihrem Verlauf auch an den Metropolen Los Angeles und San Francisco entlang. Dieser Artikel befasst sich mit dem südlichen Teil des Highway 1 in nördlicher Fahrtrichtung: von Dana Point über Los Angeles, Santa Monica, Santa Barbara und Big Sur nach Carmel-by-the-Sea.

Highway 1 als einer der schönsten Küstenabschnitte der USA

Die California State Route 1 bzw. der Highway 1 ist die längste Bundesstraße in Kalifornien.

Einzelne Abschnitte besitzen eigene Bezeichnungen und sind Bestandteil von über 1.000 Kilometer Streckenlänge, die die California State Route als längste Bundesstraße von Kalifornien ausweisen. Die historische Bedeutung der Route und kulturellen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke mit einem ausgesprochenen Erholungs- und Freizeitwert verleihen dem Highway 1 den Status als einer der schönsten Küstenabschnitte der USA. Hier finden Sie Informationen zum nördlichen Teil des Highway 1.

Achtung! Aufgrund von Erdrutschen und Brückenarbeiten ist ein Teilabschnitt von Big Sur 2017 nicht befahrbar. Es gibt dementsprechend aktuell Sperrungen und Umleitungen. Außerdem wütete 2016 im Santa-Lucia-Gebirge der teuerste Waldbrand in der Geschichte der USA, so dass einige Staatsparks, Wanderwege und Aussichtspunkte auf der Hangseite nicht zugänglich sind.

Kalifornische Küste zwischen Los Angeles und San Francisco (Central Coast)

Die kalifornische Küste zwischen Los Angeles und San Francisco (Central Coast) gehört sicherlich zu einer der schönsten Landschaften und Autostrecken der USA, wenn nicht der Welt. Diese 650 km lange Küstenlandschaft bietet alles, was man von einer Küstenlandschaft erwartet: palmengesäumte Strände, wunderschöne Dünenlandschaften, Wellen, die gegen hohe Granitfelsen branden, dichte Wälder mit gigantischen Küstenmammutbäumen, die die nördliche Küstenlandschaft bedecken, und dazu noch einige schöne Städte wie Santa Barbara oder Carmel-by-the-Sea, die sich nicht nur hinsichtlich der Größe von den Metropolen Los Angeles und San Francisco unterscheiden.

Die Fahrt auf dem Highway 1 in Kalifornien ist ein spektakuläres Erlebnis.

Aufgrund der Nähe zu den Flughäfen und des großen Angebots an Mietwagen und Übernachtungsmöglichkeiten planen viele Touristen ihre Reise auf dem Highway 1 nur von Los Angeles bis nach San Francisco. Einige Touristen befahren auch nur den besonders spektakulären Küstenabschnitt Big Sur. Dementsprechend unterschiedlich fällt auch die Reisezeit auf dem Highway 1 aus. Die einen Touristen wollen beispielsweise auch viele Abstecher unternehmen oder auch mal wandern oder am Strand liegen; andere Touristen wiederum jagen "nur" den Selfies an den berühmtesten Stellen des Highway 1 nach, um dann sofort weiterzufahren. Insgesamt beträgt die Strecke des Highway 1 zwischen Los Angeles und San Francisco 750 km.

Videos zum Highway 1 und zur Big Sur









Auswahl der Fahrtrichtung für den Roadtrip auf dem Highway 1

Der Highway 1 kann natürlich sowohl in nördlicher als auch in südlicher Fahrtrichtung befahren werden; allerdings ist die nördliche Fahrtrichtung häufig günstiger. Denn in nördlicher Fahrtrichtung scheint Ihnen die Sonne meistens nicht dauerhaft von vorne ins Gesicht und Sie fahren zudem an der Hangseite. Das Fahren an der Hangseite kann darüber das Sicherheitsgefühl erhöhen, wenn Sie mit einem ungewohnten (größeren) Mietauto fahren und auch noch nicht so viel Fahrpraxis in den USA haben.

Die Skyline von Los Angeles: Start oder Ziel auf einer Reise auf dem Highway One.

Bei der südlichen Fahrtrichtung scheint Ihnen häufig die Sonne von vorne ins Gesicht und Sie fahren direkt an der Küstenseite. Auf der Küstenseite befinden sich aber auch eben die leichter erreichbaren Parkbuchten, kleinen Parkplätze und Aussichtsplätze für spektakuläre Foto- und Videoaufnahmen. Dieser Artikel befasst sich mit dem südlichen Teil des Highway 1 in nördlicher Fahrtrichtung: von Dana Point über Los Angeles, Santa Monica, Santa Barbara und Big Sur nach Carmel-by-the-Sea.

Dana Point als südlicher Startpunkt des Highway 1

Das südlichste Ende des Highway 1 beginnt in der Ortschaft Dana Point als Abzweig der Interstate 5. Der Highway 1verläuft dann unmittelbar durch das Stadtzentrum und wird überwiegend in Sichtweite zum Meer befahren, was ihr den Beinamen Pacific Coast Highway einbrachte. Die attraktive Lage inmitten einer malerischen Umgebung und die Einbettung in eine überaus sehenswerte Landschaft bieten Autofahrern einen sehr reizvollen Vorgeschmack auf die weiter folgenden Küstenstädte.

360-Grad-Foto von der Mole in Dana Point.

Die den Ort umgebende Landschaft kann mit einer Vielzahl an kontrastreichen Klippen, Felsen und Strandbuchten aufwarten. Das Stadtzentrum in Hafennähe bietet sich im historischen Stil der spanisch-kolonial gehaltenen Architektur dar. Der Hafen ist die Hauptattraktion für Besucher und gilt mit seinem publikumsträchtigen Pier, den kleinen Läden und Anlegestationen für mehr als 2.000 Yachten als erster Anlaufpunkt für weitere Unternehmungen. Das im Hafen gelegene Ocean Institute (externer Link) ermöglicht interessante Einblicke in die abwechslungsreiche Unterwasserwelt des Pazifischen Ozeans.

Vor der Küste können in den Wintermonaten mit etwas Glück einzelne Grauwale beobachtet werden, die dort aus der Arktis kommend überwintern. Mehrere Anbieter offerieren während dieser Saison organisierte Bootstouren zum "Whale Watching", was ein schönes Erlebnis zu Beginn des Roadtrips auf dem Highway 1 ist.



Orange County: sehenswerte Küstenstädte im Großraum Los Angeles

In Richtung Norden verläuft der Highway 1 durch das Orange County (externer Link) konstant in Sichtweite des Pazifiks und bietet daher eine durchgängig naturorientierte Kulisse, die eine Fahrt niemals monoton oder eintönig werden lässt. So folgt auf Dana Point nun Laguna Beach (externer Link). Diese Künstlerkolonie hat sich mit ihrer beständig wachsenden kulturellen Vielfalt ein internationales Renommee erarbeitet und ist mit zahlreichen Museen, Galerien und gesellschaftlichen Veranstaltungen ein fester Begriff innerhalb der US-Kunstszene.

Die ganzjährig in der Stadt organisierten Veranstaltungen, wie etwa Ausstellungen und diverse Kunstfestivals, ziehen vor allem im Sommer hunderttausende Besucher an. Ein breiter Querschnitt unterschiedlicher Stilrichtungen aus Malerei, Schmuck, Fotografie und Bildhauerei wird dabei präsentiert und ausgestellt.

Am nördlichen Ende von Laguna Beach beginnt an der Küste auch das Naturschutzgebiet Crystal Cove State Park (externer Link), welches bis in die San-Joaquin-Berge reicht. Das Naturschutzgebiet bietet sowohl Wanderern wie auch Schwimmern, Tauchern, Surfern und Sonnenanbetern abwechslungsreiche Landschaften zur erholsamen Nutzung.

360-Grad-Foto: Strand von Crystal Cove mit historischen Holzhäusern.

Der State Park beherbergt zudem mit dem Crystal Cove Historic District (externer Link) eine bedeutsame Siedlungsgruppe aus historischen Holzhäusern, die in direkter Nachbarschaft zur Küste und steiler Klippen liegen. Die Holzhäuser werden heute als Musterexemplare der kalifornischen Küstenentwicklung im beginnenden 20. Jahrhundert angesehen. Von den 46 noch vorhandenen Cottages wurde die Hälfte restauriert und steht Urlaubern als miet- und bewohnbare Unterkunft zur Verfügung.

Wie so viele kalifornische Küstenstädte besitzt auch Newport Beach einen sehenswerten Pier.

Der Highway 1 verläuft anschließend durch den bekannten Küstenort Newport Beach (externer Link), der schon zur Metropolregion Los Angeles gehört. Ein Großteil der städtischen Fläche ist um die Newport Bay, eine in das Landesinnere reichende Meeresbucht, angesiedelt. Die Kombination aus mehreren Sandstränden und der zerklüfteten Küste sorgt für eine sehenswerte Naturlandschaft.

Auffällige Bauwerke im Stadtgebiet sind der Balboa Pavilion mit seinem markanten Turm, die beiden alten Schiffsanlegestellen Balboa Pier und Newport Pier und mit dem denkmalgeschützten Hotel Balboa Inn eine besondere architektonische Konstruktion im spanischen Kolonialstil.

360-Grad-Foto: Ein Abstecher vom Highway 1 ins Disneyland lohnt vor allem bei einer Reise mit Kindern.

Etwa 30 km von Newport Beach entfernt liegt das Disneyland in Anaheim (externer Link), welches aufgrund seiner Größe und vielfältigen Attraktionen einen Abstecher wert ist. Das Disneyland gehört zu den weltweit meistbesuchten Freizeitparks. Das Disneyland und der angrenzende Disney California Adventure Park (externer Link) sind vor allem für Familien mit Kindern einladende Besuchsziele.

Das dann zu durchfahrene Huntington Beach (externer Link) gilt aufgrund seines langen Strandes auch als Surf City und bietet hervorragende Bedingungen für Wassersport aller Art. Der Meeresküste weiterhin folgend führt der Highway 1 durch Seal Beach, wobei gleichzeitig das Orange County verlassen wird.

Der Pier von Huntington Beach.

Long Beach: großer Hafen und viel Kultur

Nach dem Überqueren der Grenze zum Los Angeles County bewegt sich die California State Route 1 in Richtung Long Beach (externer Link) ein paar Meilen in das Landesinnere, wo sich die Straße am Long Beach Traffic Circle, eines mit 60.000 Fahrzeugen pro Tag sehr verkehrsreichen Kreisverkehrs, mit der State Route 19 kreuzt.

Skyline von Long Beach bei Nacht.

Long Beach ist die nach Los Angeles City größte Stadt im Großraum dieser Metropolregion. Die Stadt offeriert durch viele Museen ein breites Angebot kultureller Einrichtungen und ist auch Gastgeber des alljährlich veranstalteten Long Beach Blues Festivals (externer Link). Das berühmte Passagierschiff Queen Mary hat im Hafen seinen letzten Ankerplatz und dient seit der Stilllegung 1967 als schwimmendes Hotel und Museum. Der Hafen von Long Beach ist übrigens als wichtigster Umschlagplatz an der Westküste der zweitgrößte Hafen der USA.

Das Long Beach Convention & Entertainment Center (externer Link) befindet sich im Stadtzentrum und besteht aus einem dreiteiligen Gebäudekomplex mit der Long Beach Arena, dem Kongresszentrum und dem Performing Arts Center (Theater). Auf der Außenwand des Komplexes ist das weltweit größte Wandgemälde aufgebracht, das diverse Meerestiere, wie zum Beispiel Grauwale, stimmungsvoll in Szene setzt. Wenn Sie im Voraus nach Tickets recherchieren, können Sie so die eine oder andere kulturelle oder sportliche Veranstaltung der Superlative besuchen.

Im Aquarium of the Pacific (externer Link) werden etwa 500 Tierarten mit insgesamt über 11.000 Tieren präsentiert. Die publikumsoffene Attraktion lockt jährlich rund 1,5 Millionen Besucher an und legt das Hauptaugenmerk auf die Tier- und Unterwasserwelt im Pazifischen Ozean. Da der Highway 1 in Long Beach direkt durch die Stadt führt, legen viele Reisende hier allerdings keinen Zwischenstopp auf ihrer Rundreise ein, was etwas schade ist.

Multikulturelles Flair an den Stränden von Los Angeles erleben

Auf der Weiterreise durchquert der Highway 1 mit Wilmington und Harbor City zwei Ortsteile des weitreichenden Einzugsgebietes von Los Angeles. Anschließend werden die Städte Lomita und Torrance passiert, wobei letztere Stadt mit dem Del Amo Fashion Center eine der fünf größten Einkaufspassagen der USA beherbergt. Mehr als 200 Geschäfte, unter anderen auch Luxusanbieter, Restaurants, Kinos und ein Fitnesscenter sorgen für ein umfangreiches Einkaufserlebnis.

360-Grad-Foto: Blick von der hügeligen Halbinsel Palos Verdes auf den Pazifik.

Der Highway 1 tangiert bei der Weiterfahrt die Halbinsel Palos Verdes (externer Link) im Norden. Diese etwa 100 qkm große Halbinsel südlich von Los Angeles stellt das südliche Ende der Bucht von Santa Monica dar und ist hügelig, wodurch sich ein schöner Ausblick auf den Pazifik und bei guter Sicht auch bis zur Kanalinsel Santa Catalina ergibt. Weiter führt der Highway 1 durch Redondo Beach und Hermosa Beach, in denen sich die örtlichen Aktivitäten aufgrund des Klimas und der unmittelbaren Nähe zum Strand meist am Wasser abspielen.

Über Manhattan Beach (externer Link) verläuft die Straßenführung unter dem Flugfeld des Los Angeles International Airports (LAX) und weiter durch die Stadt; leider aber nicht direkt am Pazifik. Manhattan Beach gilt aufgrund seines gemäßigten Klimas und der hohen Lebensqualität als einer der attraktivsten Strände in den USA. Das Theme Building am Flughafen ist zudem ein weithin bekanntes Bauwerk und gilt als eine experimentelle Designstudie aus dem Jahr 1961.

Die Fahrt führt weiter durch die Stadtteile Westchester, Playa Vista, Marina del Rey und Venice. Venice ist aufgrund eines dem italienischen Venedig nachempfundenen Kanalsystems bekannt und zeichnet sich zudem durch eine breite kulturelle Szene sowie ein abwechslungsreiches Strandleben aus. Die mit querenden Brücken und Gondelführern ausgestatteten Kanäle und Boote werten durch ihre Einzigartigkeit die Umgebung spürbar auf.

Der berühmte Strandabschnitt von Venice Beach.

Venice Beach (externer Link) mit mehreren Millionen Besuchern pro Jahr hat sich mittlerweile zu einer globalen Touristenattraktion entwickelt. Der zirkusähnliche Ocean Front Walk (externer Link) ist ein nur für Fußgänger zugelassener Strandabschnitt, der mit einer sehenswerten Bandbreite von Malern, Magiern, Artisten und anderen Performance-Künstlern aufwartet.

Berühmter Erholungsort Santa Monica mit Santa-Monica-Pier

Die nächste Station Santa Monica (externer Link) liegt an einer flachen Steilküste direkt am Pazifik. Der auf den Klippen liegende Palisades Park bietet einen hervorragenden Ausblick auf das offene Meer. Der Palisades Park ist eine bevorzugte Anlaufstelle für einen Spaziergang oder eine ausgedehnte Wanderung in Sichtweite des Meeres. Viele Sitzgelegenheiten, Ruhezonen und Aussichtspunkte laden zum Entspannen und Verweilen ein.

Der Santa-Monica-Pier mit Vergnügungspark direkt am Strand. – © senai aksoy – fotolia.com

Ein berühmtes städtisches Wahrzeichen ist der Santa-Monica-Pier (externer Link) aus den 1920er Jahren, der heute als Kulisse für einen Vergnügungspark mit Achterbahn und Riesenrad dient und ein sehr beliebtes Motiv für Hollywood-Produktionen darstellt. Das Looff-Hippodrome-Gebäude im Anfangsbereich der Pier beherbergt seit 1947 ein historisches Pferdekarussell. Den offiziellen Eingang der Pier an der Ocean Avenue signalisiert ein blaues Tor, das nachts durch weithin sichtbares Neonlicht erleuchtet wird. Da der Santa Monica Pier direkt am Highway 1 liegt, lohnt ein längerer Stopp durchaus.

360-Grad-Foto: In der herrlichen Bucht von Santa Monica am Strand.

Der Bereich Third Street Promenade ist eine der überaus seltenen großflächigen Fußgängerzonen im Großraum der Metropolregion Los Angeles. Die Nähe zum Strand und zum Santa-Monica-Pier verleiht ihr den Status als sehr belebter Anziehungspunkt für Touristen und Einheimische. Besonders in den Abendstunden sorgt eine Vielzahl von Musikern und Straßenkünstlern für Unterhaltung und verleiht dem Schauplatz eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre. Das dreistöckige Shoppingcenter Santa Monica Place schließt sich am Ende der Promenade an und vereint Einkaufsmöglichkeiten, Bewirtung und Unterhaltungsbereiche unter einem Dach.

Malibu und die kalifornischen Kanalinseln

Nach dem Verlassen Santa Monicas führt der Highway 1 in westlicher Richtung südlich des Santa-Monica-Gebirges direkt am Pazifik weiter. Das nächste Ziel ist Malibu (externer Link), einem der bekanntesten Küstenorte im Großraum Los Angeles. Durch das angenehm milde Klima und die sehenswerten Naturlandschaften gilt Malibu als begehrter und überaus kostspieliger Wohnort. Teilweise ist der Highway 1 vom Strand nur durch die berühmten Strandhäuser von Malibu getrennt, die auf Holzpfählen stehen.

Die Wohnhäuser direkt am Strand sind typisch für Malibu.

Das Areal um Malibu gilt als beliebter Treffpunkt für Surfer und sonstige Wassersportler. Das aus dem 19. Jahrhundert stammende Adamson House war im Besitz der damaligen Gründer und Eigentümer von Malibu und ist im überwiegenden Originalzustand für den Publikumsverkehr geöffnet. Es befindet sich in der Nähe vom Malibu-Pier.

Von Malibu aus setzt sich der Highway 1 durch das Ventura County fort, wo er am Point Mugu State Park (externer Link) vorbeiführt, der eine sehenswerte Mischung aus Stränden, Wanderwegen, kleinen Flüssen und gebirgsähnlichen Erhebungen bietet. Neben Möglichkeiten zum Schwimmen und Surfen können auch Wale, Delphine und Pelikane beobachtet werden.

Hier wird auch ein spezieller Einschnitt des Küstenverlaufs durchquert. Eine kegelförmige Formation aus Felsgestein am Straßenrand in erhöhter Sichtweite zum Ozean wird nämlich als Point Mugu Rock bezeichnet. Die eigentümliche Formation aus Stein entstand beim Bau der Straße zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie gilt als weithin berühmte Attraktion, deren Ansicht bereits in vielen Filmen und Werbespots Verwendung fand.

360-Grad-Foto: Der Highway 1 passiert den markanten Point Mugu Rock.

In Richtung Oxnard führt die Straße anschließend ein Stück ins Landesinnere und vereinigt sich hier für eine zeitweilige Strecke mit dem US Highway 101. Der folgende Ort Ventura (externer Link) besticht vor allem durch seine Stadtmitte, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Baustile, der besonderen Architektur und Kombination aus Tradition und Moderne als beliebtes Besucherziel gilt. Von Ventura aus können Besucher die beiden kalifornischen Kanalinseln Anacapa und Santa Cruz erblicken, die etwa 30 km vor der Bucht von Ventura liegen. Sie sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Santa Barbara an der Amerikanischen Riviera

Nach Ventura wird die California State Route 1 vom US Highway 101 getrennt, vereinigt sich jedoch kurz vor dem Übertritt zum Santa Barbara County (externer Link) wieder mit diesem. Aufgrund der geographischen Lage und vor allem der relativ milden, an Frankreich und das Mittelmeer erinnernden klimatischen Bedingungen gilt Santa Barbara (externer Link) mitsamt seiner Umgebung auch als Amerikanische Riviera.

Die Küste vor Santa Barbara ist auch ein beliebtes Segelgebiet.

Das Bergmassiv Santa Ynez Mountains erhebt sich unweit des Ortes und bildet mit einem Gipfel von 1.500 m und durch die seltene Sandsteinstruktur einen faszinierenden Kontrast zu der unterhalb liegenden Stadt.

Die Stadt und das Umland sind aufgrund des gemäßigten Klimas, der Ufer-und Strandnähe sowie der besonderen städtischen Architektur ein ganzjährig beliebter touristischer Anlaufpunkt. Santa Barbara gilt auch als eine der teuersten Wohngegenden innerhalb der USA und ist aufgrund der überwiegend ruhigen Lage und naturbetonten Umgebung ein besonderer Anziehungspunkt für vermögende US-Bürger.

Einzelne Bauwerke wie das County Courthouse oder das Presidio sind deutlich erkennbare und besucherstarke Beispiele der spanischen Einflüsse in Santa Barbara. Die dem Presidio zugehörige Kirche, die Our Lady of Sorrows Church (externer Link), gilt als eines der schönsten Gotteshäuser Kaliforniens. In der Sommerperiode finden zahlreiche Festivals und andere Veranstaltungen im Stadtgebiet statt, so etwa die Old Spanish Days Fiesta (externer Link) genannte, jährlich im August abgehaltene und von spanischen Einflüssen geprägte Paraden-Zeremonie.

Im Juli wird in Santa Barbara zudem das größte französische Festival in den westlichen USA abgehalten, das jährliche Santa Barbara French Festival (externer Link). Die ebenfalls jedes Jahr stattfindende Summer Solstice Parade (externer Link) zieht regelmäßig mehr als 100.000 Besucher und Zuschauer an. Ein längerer Zwischenstopp in Santa Barbara und Umgebung lohnt sich also vor allem in den Sommermonaten auf jeden Fall.

360-Grad-Foto: Strand von Santa Barbara mit Blick zum Pier.

Der Hafenabschnitt Stearns Wharf beherbergt mehrere Geschäfte, Bars und Restaurants und grenzt an den Cabrillo Boulevard, auf dem jeden Sonntag eine überregional bekannte Kunstmesse stattfindet. Einheimische Künstler dürfen dabei nur eigene Werke vorstellen und anbieten; dagegen sind fremde Darstellungen oder Erzeugnisse nicht erlaubt. Die Veranstaltung existiert bereits seit über 40 Jahren und bietet mittlerweile mehr als 200 Kunstschaffenden aus der Region die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit zu repräsentieren.

Der Highway 1 führt weiter am El Capitan State Beach (externer Link) vorbei, zum Gaviota State Park (externer Link) und durch den Gaviota Tunnel. Der El Capitan State Beach ist ein geschützter und tagsüber offener Strand, der auch Campingfreunden zur Verfügung steht. Auch im Gaviota State Park ist Camping möglich, zudem Wanderaktivitäten und Mountainbiking. Teilweise sind sogar Pumas zu sichten, vor deren Annäherung jedoch eindringlich gewarnt wird. Nun führt der Highway 1 wieder in nördliche Richtung und passiert dabei die Vandenberg Air Force Base, die derzeit als Raketenstartplatz genutzt wird.

Von Pismo Beach über Morro Bay nach San Simeon

Das folgende Naturschutzgebiet Oceano Dunes Natural Preserve (externer Link) in der Nähe von Oceano, Grover Beach und Pismo Beach ist Teil des zweitgrößten kalifornischen noch intakten Dünensystems auf einer Länge von rund 30 km. Aufgrund seltener und bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist ein Teil des Gebietes für die Öffentlichkeit gesperrt, einzelne Abschnitte sind jedoch der Allgemeinheit zugänglich. Die Region der Ocean Dunes ist vor allem wegen der einzigen in Kalifornien gestatteten Möglichkeit, den Strand legal per Offroad-Fahrzeug erkunden zu können, ein besonders beliebtes Besucherziel.

360-Grad-Foto: Die Dünen bei Pismo Beach und Oceano dürfen teilweise befahren werden.

Nach San Luis Obispo (externer Link) wird Morro Bay durchfahren, das aufgrund seiner zahlreichen Strandabschnitte als ein beliebtes Badeareal dient. Als Wahrzeichen der Region gilt der Morro Rock, ein knapp 180 m hohes vulkanisches Gesteinsgebilde am Hafeneingang. Das Gebiet um den Stein ist frei zugänglich, das Betreten selbst jedoch verboten.

Die Ortschaft San Simeon auf halber Strecke zwischen Los Angeles und San Francisco bietet mit der großen See-Elefantenkolonie "Piedras Blancas Rookery" (externer Link) und der majestätischen Villa Hearst Castle (externer Link) zwei überaus sehenswerte Touristenattraktionen. In der See-Elefantenkolonie finden sich zur Paarungszeit viele See-Elefanten ein und bieten mit den gut erkennbaren Rivalenkämpfen sowie den Geburtsvorgängen eine nicht alltägliche Besucherattraktion.

Hearst Castle liegt zwar etwas abseits des Highway 1; ein Besuch ist aber lohnenswert.

Das Hearst Castle als ein schlossähnliches Anwesen wurde in den 1920er Jahren vom Medienmogul William Randolph Hearst erbaut, der ein Haupthaus und drei Gästebungalows errichten ließ. Dazu stattete er das Anwesen darüber hinaus mit einem 30 m langen Schwimmbecken und einer italienischen Tempelfassade aus. Trotz seiner Abgeschiedenheit zieht das Schloss als Museum mit einer stattlichen Sammlung von Kunstschätzen jährlich etwa eine Million Besucher an.

Big Sur: spektakulärer Höhepunkt des Highway 1

Nach San Simeon beginnt der beliebteste Abschnitt des Highway 1. Der als Big Sur bezeichnete Küstenstreifen erstreckt sich auf etwa 100 km Länge und ist wegen seiner fehlenden Einordnung als offizielle Verwaltungsregion nicht einheitlich begrenzt. Die Gebirgsformationen in Verbindung mit der Felsküste und der geringen Siedlungsaktivität vermitteln einen Eindruck von nahezu unberührter Natur, der auf viele Besucher überaus anziehend wirkt. Zudem bietet das Gebiet eine Fauna mit Seeotter, Grauwalen und kalifornischen Seelöwen als Besuchermagnet. Die meist bewaldeten Berge des Santa-Lucia-Gebirges gehören zum Nationalforst Los Padres National Forest (externer Link).

Am Küstenabschnitt Big Sur fällt das Santa-Lucia-Gebirge steil in den Pazifik ab.

Big Sur beherbergt darüber hinaus an den Buchten mit dazugehörigen Sandstränden eine Reihe von kalifornischen State Parks, wie den Julia Pfeiffer Burns State Park oder den Pfeiffer Big Sur State Park. Am nördlichen Ende von Big Sur ist der raue Küstenabschnitt Point Lobos State Reserve (externer Link) beheimatet, der für seine Seeotter-Population berühmt ist. Kalifornische Seeotter sind außerdem entlang der gesamten Küste häufig zu beobachten, denn ihre Population hat sich in den letzten Jahren signifikant verbessert.

360-Grad-Foto: Der McWay-Wasserfall ergießt sich an der Big Sur in den Pazifik.

Der Julia Pfeiffer Burns State Park (externer Link) ist nach Julia Pfeiffer-Burns benannt, einer bekannten und verdienstvollen Einwohnerin der Region im frühen 20. Jahrhundert. Der Park ist Heimat der sehenswerten McWay-Wasserfälle, die sich aus einer Höhe von über 20 m direkt in den Pazifik ergießen. Im Pfeiffer Big Sur State Park (externer Link) liegt mit dem Pfeiffer Beach einer der beliebtesten Strände der Umgebung, der mit einer atemberaubenden Naturlandschaft aufwarten kann.

Die Bixby Creek Bridge ist eine oft fotografierte Attraktion am Highway 1.

Im weiteren Verlauf der Fahrt auf dem Highway 1 werden mehrere im Art-déco-Stil entworfene historische Bogenbrücken überquert, zum Beispiel die Bixby Creek Bridge sowie die Rocky Creek Bridge. Letztere ist eine 152 m lange Stahlbetonbrücke und befindet sich etwa einen Kilometer hinter der Bixby Creek Bridge. Diese ebenfalls aus Stahlbeton erbaute Brücke gehört zu den bekanntesten Bauwerken der Highway 1-Route und gilt aufgrund ihres Standorts, des Designs und der umgebenden Landschaften als architektonische Ikone der Westküste.

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