Hollywood – Los Angeles

Hollywood bot zu Anfang des 20. Jahrhunderts nahezu ideale Bedingungen für die Filmindustrie: das sonnige Klima und das Meer, die Berge und die Wüste in unmittelbarer Nachbarschaft, die Entfernung Südkaliforniens zur Ostküste, um die Patentstreitigkeiten der Edison-Filmkameras leichter umgehen zu können, und billige Arbeitskräfte, die als Filmstatisten und Filmkulissenbauer benötigt wurden. Die Ecke Hollywood Boulevard und Vine Street waren damals das Zentrum von Hollywood und schrieben damit amerikanische Kulturgeschichte.

Das alte Hollywood

Noch immer wird Hollywood in einem Atemzug mit der Filmindustrie genannt, doch das wirkliche Hollywood liegt heute in Burbank oder in Culver City, da sich mittlerweile dort die großen Filmstudios niedergelassen haben, mit Ausnahme der Paramount Studios. Der Mythos Hollywood hatte seine Geburtsstunde 1912 als Cecil B. DeMille in einem Pferdestall den Film "The Squaw Man" anfing zu drehen. Es war die erste Spielfilmproduktion in Hollywood. Weitere Produzenten wie Samuel Goldfish (später Goldwyn) aus Russland, William Fox aus New York oder Carl Lämmle aus Baden-Württemberg machten dann Hollywood zur Filmhauptstadt.

Die berühmten Straßen von Hollywood sind größtenteils schon zerstört. Alles, was den Glanz Hollywoods ausmachte, verschwand in der Gleichgültigkeit. Doch seit ein paar Jahren versuchen die Verantwortlichen den Untergang Hollywoods zu verhindern. So wurde hinter dem Chinese Theater durch das Highland Project mit dem Kodak Theatre (externer Link) ein riesiger Kinokomplex gebaut, in dem seit 2002 die Oscar-Verleihung wieder in Hollywood stattfindet.

Einige frühere Premierekinos wie das Egyptian Theater oder das El Capitain wurden für mehrere Millionen Dollar restauriert, und endlich hat Hollywood auch einen Metroanschluss bekommen. Die Bemühungen der Verantwortlichen trägt mittlerweile Früchte, so ist es auf Hollywoods Hauptstraßen bei Tag genauso sicher wie überall in Los Angeles, doch bei Nacht sollte man vor allem die Nebenstraßen unbedingt meiden.

Den Hollywood Boulevard entdecken

Was von den Glanztagen Hollywoods übrig geblieben ist, finden Sie auf dem Hollywood Boulevard zwischen Vine Street und La Brea Avenue. Auf diesem Abschnitt des Hollywood Boulevards verläuft auch der Walk of Fame zu beiden Seiten der Bürgersteige. Mehr als 2.500 sternenförmige Messingplatten, die in die Bürgersteige eingelassen sind, erinnern unauslöschlich an die größten Stars der Unterhaltungsbranche, von Gene Autry bis Rudolph Valentino. Neben den großen Stars sind auch viele Namen aus der Stummfilmzeit auf dem Walk of Fame verewigt.

Die Orientierung wird durch die Logos, die die Stars in fünf Kategorien einteilen, gewährleistet: eine Filmkamera, ein Radiomikrofon, eine Schallplatte, eine Theatermaske und ein Fernsehgerät. Nicht jeder Schauspieler kann sich auf dem Walk of Fame verewigen lassen, denn ein Komitee und der Stadtrat von Los Angeles bestimmen, wer einen Stern bekommt oder auch nicht.

Entlang des Walk of Fame finden Sie garantiert in einem der zahlreichen Souvenirgeschäfte ein paar passende Andenken an die Filmindustrie und an Hollywood. Angeboten wird fast alles, was irgendwie mit Kino und Fernsehen zu tun hat - von Kitsch über T-Shirts bis zu Originalautogramme oder Drehbuchmanuskripte.

Die größte Anziehungskraft auf die Touristen in Hollywood hat das Mann's Chinese Theater (externer Link; 6925 Hollywood Boulevard). In diesem 1927 von Sid Grauman erbauten Premierekino kommen die Millionen Besucher nicht nur wegen des pagodenartigen und reich geschmückten Baues, sondern wegen der Hand- und Fußabdrücke, die im Vorplatz des Kinos im Pflaster eingelassen sind. Knapp 200 Hollywood-Größen haben bis heute ihre Hand- und Fußabdrücke im frischen Zement hinterlassen. Nur wenige Auserwählten (von Fred Astaire bis Steven Segal) dürfen sich im flüssigen Zement verewigen. Mary Pickford und Douglas Fairbanks waren 1927 die ersten, die mit dieser Tradition begannen. Das Mann's Chinese Theater wurde 1968 zum historischen Monument erklärt. Im Mann's Chinese Theater steigen noch immer prestigeträchtige Filmpremieren mit einem großen Aufgebot an Stars und Fotografen.

Neben dem Mann's Chinese Theater gibt es am Hollywood Boulevard zwei weitere bekannte Premierekinos, die in den letzten Jahren für sehr viel Geld vor ihrem Verfall renoviert wurden: das El Capitan Theater von der Walt Disney Gruppe (6834 Hollywood Boulevard) und das Egyptian Theater von der American Cinematheque (6712 Hollywood Boulevard, www.egyptiantheatre.com). Gegenüber dem Mann's Chinese Theater befindet sich das Hollywood Roosevelt Hotel, wo 1929 im Blütensaal die erste Oscar-Verleihung stattfand.

Nur ein Block westlich vom Mann's Chinese Theater steht das Hollywood Entertainment Museum (externer Link; 7021 Hollywood Boulevard; geöffnet von Dienstag bis Sonntag von 10 - 18 Uhr; Eintritt: 7,50 Dollar). Hauptattraktion des Filmmuseums sind die Originalsets von Star Trek und der Comedyserie Cheers. Wer schon immer auf der Kommandobrücke der USS Enterprise Captain Picards Platz einnehmen möchte oder auf einem Barhocker in der Bar von Cheers sitzen möchte, der kann es im Hollywood Entertainment Museum tun. Viele weitere Requisiten und Kostüme alter wie auch neuerer Filme sind ausgestellt. Ebenfalls wird die Entstehung eines Filmes näher gebracht. So können Sie beispielsweise während einer Führung eine Filmsequenz nachvertonen und danach das Ergebnis auch anhören. Auch die Filmgeschichte mit Originalkostümen (wie zum Beispiel Ben Hur) kommt im Museum nicht zu kurz.

North Highland Avenue

Nicht weit entfernt vom Entertainment Museum schwelgt das Hollywood History Museum (1660 North Highland Avenue; geöffnet von 10 - 16 Uhr; Eintritt frei) ganz in der Filmnostalgie, als das wahre, alte und glamouröse Hollywood noch lebte und Namen wie Buster Keaton oder Charlie Chaplin den Film noch prägten. Das Museum wurde erst Ende 1999 eröffnet und ist im Max-Factor-Building auf vier Stockwerke verteilt untergebracht.

Das Museum stellt Bilder, Filmausrüstungen und Kostüme aus, die Hollywoods Geschichte und damit auch die Geschichte des Filmes widerspiegeln. Perücken von John Wayne oder von Fred Astaire fehlen auch nicht, da Max Factor der bekannteste Maskenbildner in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Hollywood war. Er entwickelte 1914 auch als erster ein Make-up, das für das Arbeiten unter Kameralicht geeignet war. Auch diese Utensilien sind ausgestellt.

An den Anblick des Hollywood Bowl (externer Link; 2301 North Highland Avenue), mit seiner riesigen Muschel auf der Bühne, hat man sich längst gewöhnt, sei es nun im Kino oder im Fernseher. Im Sommer spielen in dem Amphitheater die Los Angeles Philharmoniker. Aber auch Popgrößen treten in dem 18.000 Zuschauer fassenden Hollywood Bowl auf.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Hollywood Bowl befindet sich das Hollywood Heritage Museum (externer Link; 2100 North Highland Avenue; geöffnet am Samstag und Sonntag von 10 - 15.30 Uhr; Eintritt frei). Dort drehte Cecil B. DeMille 1913 den ersten Hollywoodspielfilm "The Squaw Man". In dem kleinen Museum sind Stücke aus der Stummfilmzeit ausgestellt wie Kameras, Kostüme sowie Make-up Utensilien. Bilder im Museum dokumentieren die Dreharbeiten zu "The Squaw Man", als das Filmmekka Anfang des 20. Jahrhunderts noch eine kleine Farmergemeinde war.

West Hollywood mit dem Sunset Strip

Westlich von Hollywood erstreckt sich in West Hollywood über zwei Kilometer der legendäre Sunset Strip (Sunset Boulevard zwischen La Cienga und Crescent Heights Boulevard). Am Sunset Strip hat der Großteil der Musikszene in Los Angeles ihre Heimat und tritt dort in den vielen Nightclubs auf. Berühmte Nightclubs wie der Uropa aller Rockclubs, das Whiskey A-Go Go (8901 Sunset Boulevard; war die erste Diskothek an der Westküste und dort wurde auch das Go Go-Dancing erfunden) oder das Roxy (9009 Sunset Boulevard), wo schon Bob Marley und Bruce Springstein aufgetreten sind, bieten vor allem am Wochenende ein klasse Programm.

Wenn Sie sich am Sonntag in Hollywood aufhalten, sollten Sie auch beim schönsten Wetter um 11 Uhr vormittags zum Frühstücken in den dunklen Keller vom House of Blues (8430 Sunset Boulevard) zum Gospel-Brunch gehen. Neben Gospelmusik gibt es auch fantastischen Blues zu hören. Auch unter der Woche gibt es im House of Blues (Besitzer ist Blues Brother Dan Aykroyd) ein sehenswertes und unterhaltsames Programm.

Das berühmte Hollywood-Schild als Wahrzeichen

Das Wahrzeichen Hollywoods ist das HOLLYWOOD-Schild (externer Link; mit einer Live-Cam und 360-Grad Panoramabilder) in den inoffiziell so genannten Hollywood Hills als Teil der Santa Monica Mountains, das über den Stadtteil thront. Jeder Buchstabe des Zeichens ist 15 m hoch. Das 1923 aufgestellte Schild (der Schriftzug war damals "Hollywoodland") diente ursprünglich als Werbung für Immobilien am Beachwood Canyon. Heute ist der Schriftzug als dauerhaftes Denkmal der cineastischen Traumfabrik weltberühmt. Ganz hinauf zu den Buchstaben dürfen Sie nicht steigen. Am Ende des Beachwood Drive kommt man auf bis zu 100 m an die Unterseite der Riesenbuchstaben heran und ist als Fotoperspektive ideal geeignet.

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