Arsen-Bakterien aus dem kalifornischen Mono Lake

Anfang Dezember 2010 sorgte eine Entdeckung von bisher unbekannten Bakterien in Sedimenten des kalifornischen Salzsees Mono Lake durch US-Wissenschaftler, in Zusammenarbeit mit der NASA, für weltweite Aufmerksamkeit. Das Besondere an diesen Bakterien ist, dass sie anstelle von Phosphor das für Menschen hochgiftige Arsen aufnehmen und in Fette und Proteine umwandeln und in ihr Erbgut einbauen können. Bisher ist man davon ausgegangen, dass das Leben auf der Erde aus den folgenden sechs Elementen entstanden ist: Kohlenstoff, Phosphor, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff und Wasserstoff. Wenn der Bakterien-Stoffwechsel nun aber auch mit anderen chemischen Elementen möglich ist, dann erhöht sich damit die Wahrscheinlichkeit für außerirdisches Leben - also etwa auch in Form von Bakterien auf anderen Planeten.

Außerirdisches Leben wahrscheinlicher

Wenn diese Entdeckung zukünftig weiter wissenschaftlich bestätigt wird, dann ändert sich damit durchaus die Denkweise über die Entstehungsmöglichkeiten von Leben. So kann das Auffinden von anderen chemischen Elementen anstelle von Kohlenstoff, Phosphor, Sauerstoff, Schwefel, Stickstoff und Wasserstoff auf anderen Planeten nicht mehr so gedeutet werden, dass dort kein Leben wie auf der Erde oder vielleicht sogar anders geartetes Leben möglich sei. Dabei muss beachtet werden, dass sogar auf der Erde höchstens 5% der Bakterien bekannt und erforscht sind; dementsprechend gibt es auch viel Potential für weitere bahnbrechende Entdeckungen.



Mono Lake sehr arsenhaltig

Da Arsen und Phosphor sich chemisch sehr ähnlich sind, untersuchten die Forscher den Umgang von Bakterien mit Arsen. Da der Mono Lake in Kalifornien sehr arsenhaltig ist, züchteten sie auf einem vom Mono Lake gewonnenen Nährboden verschiedenen Bakterienarten, wobei die Arsen-Konzentration regelmäßig erhöht wurde; ohne Zugabe von Phosphor. Dabei konnte unter diesen Bedingungen eine Bakterienart überleben und wachsen, die aus der Familie der Halomonadaceae stammt. Allerdings gab es nicht nur Kritik an der Art der Veröffentlichung ("Medien-Inszenierung"), sondern auch - wie es sich für eine normale Wissenschaft gehört - an der wissenschaftlichen Untersuchung an sich und den daraus gewonnenen Interpretationen.

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